Linsenaustausch im Universitätsklinikum

Femtosekundenlaser Übersicht

Femtosekundenlaser-assistierte Kataraktchirurgie - Übersicht: Catalys, LensX, LensAR, LenSurgeon, Victus, Z8

Catalys Femtosekundenlaser

Ophthalmologe 2014 • 111:614–623 DOI 10.1007/s00347-014-3033-0 Online publiziert: 25. Juni 2014 © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014
H.B. Dick • T. Schultz Universitäts-Augenklinik, Bochum

Femtosekundenlaserassistierte Kataraktchirurgie

In Deutschland werden pro Jahr rund 700.000 Kataraktoperationen durchgeführt. Die Ansprüche vieler Patienten an die postoperative visuelle Funktion sind gestiegen. Vor allem bei Patienten mit Interesse an einer Premiumintraokularlinse (aber nicht nur bei diesen) kommt es besonders auf einen komplikationsarmen Verlauf mit sehr gutem refraktivem Ergebnis an. Eine Voraussetzung hierfür ist eine hohe Präzision der einzelnen Schritte bei der Operation. Der Einsatz des Femtosekundenlasers in der Kataraktchirurgie eröffnet eine neue Dimension – auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Operation der Linse eine Maßnahme der refraktiven Chirurgie ist.

In den 1970er-Jahren wurde zaghaft versucht, den Laser als Instrument für kleine Inzisionen und zur Laserphakopunktur in die Kataraktchirurgie einzuführen [1]. Die vordere Laserkapsulotomie hat sich indes vor allem aufgrund von Entzündungsreaktionen und Augeninnendruckanstiegen nicht durchsetzen können und wurde wieder verlassen. Zu Beginn dieses Jahrhunderts hatte der Femtosekundenlaser in der Ophthalmochirurgie seine Premiere, vornehmlich bei der Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK), wo sich Femtosekundenlaser-geschnittene Hornhautdeckel (sog. Flaps) als reproduzierbar, uniform und erfreulich nah an der beabsichtigten Dicke und Zentrierung liegend erwiesen [2]. In der Ophthalmologie werden bereits seit Längerem etablierte Laser wie Argon und Neodym:YAG mit Impulsen in der Größenordnung von 10-9 s eingesetzt [3]. Der Femtosekundenlaser arbeitet mit ultrakurzen Lichtimpulsen, die im Bereich von Femtosekunden liegen (eine Femtosekunde entspricht 10-15 s). Die hohe Energiedichte lässt im Gewebe Tausende kleiner Kavitationsbläschen aus Wasser und Kohlendioxid entstehen, die die betreffende Schicht sauber und an einer präzise vorherberechneten Stelle auseinandertrennen, ohne eine thermische Schädigung von Nachbargeweben zu erzeugen. Die erste Kataraktoperation mit einem bildgesteuerten Femtosekundenlaser wurde 2009 von Zoltan Nagy in Budapest durchgeführt [4]. Visualisierung des vorderen Augenabschnitts Aktuell werden weltweit 6 verschiedene Lasersysteme eingesetzt:
LenSx, Fa. Alcon,
Catalys, Fa. Abbott Medical Optics,
Victus, Fa. Bausch und Lomb,
LensAR, Fa. LensAR,
Femto LDV Z8, Fa. Ziemer Ophthalmology und
LenSurgeon, Fa. ROWIAK.

Die einzelnen Geräte weisen eine Reihe von Besonderheiten auf und unterscheiden sich unter anderem im Ansaugverfahren, dem bildgebenden System [optische Kohärenztomographie (OCT)oder Scheimpflug], der Steuerungssoftware, der eingesetzten Energie, den zur Verfügung stehenden Behandlungsmustern und -optionen sowie der Mobilität. So war das LenSx-System der erste kommerziell erhältliche Laser und wurde über die letzten Jahre kontinuierlich aktualisiert. Unter anderem wurde eine biomorphologische Erkennung integriert und eine Gellinse zur Verringerung von Laserstrahlen blockierenden bzw. ablenkenden Hornhautfalten entwickelt. Das LensAR-System ist der einzige Laser, der zur Visualisierung des vorderen Augenabschnitts kein OCT, sondern die Scheimpflug-Kameratechnologie einsetzt. Weiterhin ist das System mit Rollen unter dem Laser ausgestattet, und somit kann der Laser auch bewegt werden. Das Victus-Lasersystem bietet neben Behandlungsmöglichkeiten in der Kataraktchirurgie auch beispielsweise die Möglichkeit, Flaps für die LASIK zu schneiden. Der Femto LDV Z8 ist ebenfalls ein mobiles OCT-gesteuertes Lasergerät, das mit einem Touchscreen bedient wird, und der LenSurgeon verspricht eine gute Bildgebung mittels OCT sowie eine besonders gute Schnittqualität. Die eigenen Erfahrungen wurden mit dem Catalys-Femtosekundenlaser (vormals Fa. OptiMedica, Sunnyvale, CA, USA; jetzt Abbott Medical Optics, Santa Ana, CA, USA) gewonnen. In Bochum erfolgt die Laseranwendung im gleichen Operationssaal und auf der gleichen Operationsliege wie die anschließende Phakoemulsifikation bzw. Linsenabsaugung. An anderen Kliniken wird der Patient mitunter aus dem Laserraum in den meist wenige Schritte entfernten Operationsraum geleitet (. Abb. 1). Das System besitzt einen flüssigkeitsgefüllten Ansaugring und ein integriertes Vorderabschnitts-Spectral-Domain-3D-OCT. …

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