Linsenaustausch im Universitätsklinikum

Refraktive Chirurgie kommt unzähligen Patienten zugute - auch dank der Bochumer Augenklinik - präzise und sicher

Klinikdirektor Burkhard Dick erhielt hohe Ehrung in den USA

Pressemitteilung, Bochum, 11.12.2015

Refraktive Chirurgie - Auszeichnung Dick AAO Krüger
Kritzinger Auszeichnung an Prof. Dick, AAO 2015
(v.l. Dick, Krueger)

Ohne Brille oder Kontaktlinse exzellent sehen - für Menschen mit Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und anderen Brechkraftfehlern des Auges war es lange ein Traum. Inzwischen können viele Fehlsichtigkeiten mit modernen Operationsmethoden erfolgreich behandelt werden. Dass dieser Zweig der Augenheilkunde, die refraktive Chirurgie, heute einen so hohen Stand erreicht hat, dass sich jährlich allein in Deutschland über hunderttausend Patienten einem solchen Eingriff unterziehen, ist nach Einschätzung amerikanischer Experten auch auf die Beiträge in Klinik, Forschung und ärztlicher Ausbildung durch die Universitätsaugenklinik Bochum zurück zu führen. Die US-Augenärzte verliehen auf ihrem Kongreß in Las Vegas jetzt dem Direktor der Klinik, Professor Dr. Burkhard Dick, eine in der Fachwelt hochrenommierte Auszeichnung.

Eine Kurzsichtigkeit (sie ist die am häufigsten behandelte Fehlsichtigkeit) "weg zu operieren" ist für Patienten, die ein "brillenfreies" Leben führen und dabei ein für Beruf, Freizeit, Sport und Autofahren hervorragendes Sehvermögen haben möchten, heute fast eine Selbstverständlichkeit. In den letzten rund 20 Jahren sind verschiedene Operationsmethoden entwickelt worden, die teilweise an der Hornhaut des Auges ansetzen wie das am meisten praktizierte Verfahren, die Lasik, oder an der Linse durchgeführt werden wie zum Beispiel der refraktive Linsenaustausch. Für praktisch jeden Patienten gibt es inzwischen eine operative Methode, die den individuellen Bedürfnissen gerecht wird und sowohl extrem präzise als auch sicher und nebenwirkungsarm ist. "Auch wenn man in der Medizin," so erklärt Professor Dr. Burkhard Dick, "schon aus Tradition vorsichtig ist, dem Patienten etwas zu versprechen: die Vorhersagbarkeit moderner refraktiver Operationsmethoden erlaubt es uns, dem Patienten recht exakt zu sagen, wie gut die Aussichten sind, nach der OP das Wunschergebnis 'Null Dioptrien' zu erreichen - also ohne eine Brillenkorrektur ein volles, scharfes Sehvermögen zu haben. Dank der Fortschritte der refraktiven Chirurgie werden heute nicht länger nur junge Patienten operiert wie in den Anfangsjahren. Sehr oft kommen heute auch Menschen jenseits des 50. Lebensjahres, die ihre Alterweitsichtigkeit, die sogenannte Presbyopie behandelt haben möchten, oft zusammen mit einem beginnenden Grauen Star."

Seit seiner Berufung an die Spitze der Augenklinik des Knappschaftskrankenhauses und auf den Lehrstuhl für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Bochum 2006 hat Dick zusammen mit seinem Team die Klinik zu einem führenden Zentrum in der refraktiven Chirurgie ausgebaut. Der Ruf der Bochumer Augenklinik ist inzwischen von internationalem Rang, was jetzt auf dem weltgrößten Kongreß von Augenärzten in diesem Jahr, der Tagung der American Academy of Ophthalmology (AAO) in Las Vegas, deutlich wurde. Dort wurde Burkhard Dick für seine Verdienste um die "klinische und die Forschungsqualität sowie für die Ausbildung von Spezialisten" der Kritzinger Memorial Award verliehen. Diese nur einmal pro Jahr vergebene Auszeichnung - eine der angesehensten in der operativen Augenheilkunde - trägt den Namen des südafrikanischen Augenarztes Michael S. Kritzinger, der ein Pionier der refraktiven Chirurgie war und der im Jahr 2000 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam.

Mit der Preisverleihung würdigen die amerikanischen und internationalen Augenärzte der Fachgesellschaft ISRS nicht nur Dicks zahlreiche Innovationen - der Bochumer Klinikdirektor ist unter anderem einer der ersten Augenchirurgen, die den Femtosekundenlaser bei einer großen Zahl von Patienten nicht nur für refraktive Eingriffe, sondern auch zur Operation der Katarakt, des Grauen Stars, einsetzen. Vielmehr hob das Preiskommitee die Bedeutung der Bochumer Klinik als ein Zentrum hervor, an dem nicht nur alle gängigen Methoden der Refraktivchirurgie eingesetzt und kontinuierlich weiter eintwickelt werden, sondern an dem vor allem auch zahlreiche Fachärzte eine Weiterbildung auf höchstem Niveau erhalten, die es ihnen anschließend ermöglicht, die modernen operativen Verfahren mit hohem Sicherheitsstandard bei ihren Patienten anzuwenden. An der Universitätsaugenklinik Bochum wurden in den letzten Jahren nicht nur zahlreiche deutsche Augenärzte geschult, sondern auch Augenchirurgen aus Europa, Indien, Asien und China.

Beeindruckt zeigte sich das Preiskommitee auch von der klinischen Bandbreite im Wirken Dicks. Die Zahl der unterschiedlichen operativen Verfahren, die den Patienten an der Bochumer Klinik angeboten werden, übertrifft die Palette manch einer amerikanischen Klinik vergleichbarer Größe, wo man sich oft auf ein oder zwei Methoden spezialisiert. In Bochum stehen moderne Lasermethoden wie zum Beispiel Lasik ebenso zur Verfügung wie die sich in den letzten Jahren enorm entwickelnde Linsenchirurgie. Im klinischen Alltag setzen Dick und sein Team unterschiedliche Kunstlinsen ein, die entweder an Stelle der natürlichen Linse getragen werden oder zusätzlich zu dieser implantiert werden. Zu den Spezialitäten der Klinik gehören Multifokallinsen ebenso wie die sogenannten lichtadjustierbaren Linsen, an denen nach der Operation noch eine "Feineinstellung" vorgenommen werden kann. Und es bleibt nicht bei Kurz- und Weitsichtigkeit: auch die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) kann - mit Implantation sogenannter torischer Kunstlinsen oder mit einer Laserkorrektur der Hornhautkrümmung - mit hohen Erfolgsraten behandelt werden. "Auch der heutige hohe Stand der refraktiven Chirurgie," so erklärte Dick beim Kongreß der amerikanischen Augenärzte in Las Vegas, "darf uns nicht ruhen lassen. Als Ärzte müssen wir immer danach streben, unseren Patienten noch mehr Sicherheit und bestmögliche Ergebnisse angedeihen zu lassen."

Grauer Star lasern - Augenklinik Bochum