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Akkommodation

Akkommodation - Die Fähigkeit unserer Augen, auf ganz unterschiedliche Entfernungen scharf zu sehen

Für uns ist die Akkomodation - Die Fähigkeit des Augens auf unterschiedliche Entfernungen scharf zu sehenAkkommodation so lange selbstverständlich, wie sie perfekt funktioniert: die Fähigkeit unserer Augen, auf ganz unterschiedliche Entfernungen scharf zu sehen. Der Mechanismus, wie unsere Augenlinse ganz ohne unser bewusstes Zutun ihre Brennweite reguliert, wird als Akkommodation bezeichnet.

Um einen Gegenstand scharf zu sehen, muss sein Bild auf unsere Netzhaut fallen. Von jedem Punkt des Gegenstands geht ein Bündel auseinander laufender Lichtstrahlen aus, die sich zu einem diffusen Durcheinander überlagern. Die erste Voraussetzung für das Entstehen von scharfen Bildern auf der Netzhaut ist eine Sammellinse - die Augenlinse - hinter der Pupille, die die Lichtstrahlen eines Bündels zusammenführt. Treffen sie sich exakt auf der Netzhaut, entsteht dort ein Bild des dazugehörigen Gegenstandspunktes. Aus vielen scharf abgebildeten Punkten ergibt sich ein akkurates Bild des Gegenstandes.

Die Entfernung, in der sich die durch eine Sammellinse gebündelten Strahlen schneiden, hängt von der Entfernung des Gegenstandes von der Linse, der Gegenstandsweite, ab. Bilder weit entfernter Gegenstände entstehen in der Brennebene der Linse. Die Brennebene oder Brennweite heißt so, weil eine Sammellinse hier die Strahlen der Sonne bündelt. Wird die Gegenstandsweite kleiner, rückt das Bild hinter die Brennebene.

Bei einem in der Entfernung normalsichtigen Auge sind Augenlinse und Länge des Augapfels perfekt aufeinander abgestimmt: Die Länge des Augapfels entspricht etwa der Brennweite der Augenlinse. Scharfe Bilder weit entfernter Gegenstände landen damit automatisch auf der Netzhaut. Wäre die Augenlinse starr, könnten wir nur in diesem Entfernungsbereich scharf sehen: Da die Länge des Augapfels unveränderlich ist, würden scharfe Bilder näher gelegener Gegenstände erst hinter der Netzhaut entstehen.

Um hier abzuhelfen, besitzt das Auge die Fähigkeit zur Brennweitenregulierung. Durch flexible Erhöhung der Brechkraft der Augenlinse beim Betrachten näher gelegener Dinge verringert sich ihre Brennweite jeweils so, dass das hinter dem Brennpunkt entstehende scharfe Bild exakt auf der Netzhaut landet. Für diese feine Regulierung ist der an der Augenlinse ansetzende Ziliarmuskel verantwortlich.

Eine junge Augenlinse besitzt eine Akkommodationsbreite von mehr als 12 Dioptrien. Das entspricht zwar einer Brennweitenänderung von 1,62 auf 1,38 cm, erlaubt aber perfektes Sehen auf weite wie kurze Entfernungen. Der Nahpunkt des jungen Auges liegt etwa bei 7 cm - was näher liegt, verschwimmt vor den Augen. Mit zunehmendem Alter geht Akkommodationsfähigkeit verloren, der Nahpunkt rückt nach hinten. Wird die Nahsicht durch die nachlassende Akkommodationsfähigkeit merklich beeinträchtigt, spricht man von Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Diese normale, wenn auch hinderliche Funktionseinschränkung des Auges liegt nicht am Ziliarmuskel, sondern an altersbedingten Verfestigung der Augenlinse.

Im Alltag stört die zunehmende Alterssichtigkeit meist erst mit Anfang vierzig: die Arme werden zu kurz, um eine Zeitung entspannt zu lesen. Ist man kurzsichtig - auf einem oder beiden Augen - spürt man die Auswirkungen der Altersichtigkeit erst ein paar Jahre später. Weitsichtige Menschen spüren die Auswirkungen mehrere Jahre früher und sind immer häufiger auf ihre Brille angewiesen.