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Augenerkrankungen

Augenerkrankungen frühzeitig erkennen und beim Augenarzt behandeln lassen

Gemessen daran, welch ein hochkomplexes Organ unser Auge ist, verwundert es geradezu, wie relativ selten wirklich schwere AugenerkrankungenAugenarzt sind - was auch damit zu tun hat, dass viele Augenerkrankungen, mit denen unsere Vorfahren zu tun hatten, weitgehend zurück gedrängt sind. So sind schwere Infektionen, die einst eine der wichtigsten Erblindungsursachen waren, recht selten geworden und Epidemien von übertragbaren Augenerkrankungen wie beispielsweise das Trachom sind in unseren Breiten ganz ausgestorben. Lediglich eine infektiöse Bindehautentzündung, die sogenannte Keratokonjunktivitis epidemica, hält sich hartnäckig, führt aber nur in wenigen Fällen zu wirklich ausgeprägten Sehbeschwerden. Und auch schwere Augenverletzungen spielen bei weitem nicht mehr die Rolle wie noch vor einem halben Jahrhundert, was auf bessere Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz und auf die Anschnallpflicht beim Autofahren zurück zu führen ist.

Die meisten Augenerkrankungen sind angesichts des hohen Standes der modernen Augenheilkunde gut therapierbar, wobei bei einigen von ihnen eine frühzeitige Diagnose essentiell ist. Dies gilt zum Beispiel für die jüngsten Patienten: für Kleinkinder gibt es Vorsorgeuntersuchungen, um einer Neigung zum Schielen rechtzeitig auf die Spur zu kommen. Wird eine solche Fehlstellung rechtzeitig erkannt und von Fachpersonal (Augenarzt und Orthoptistin) behandelt, kann eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) verhindert werden - mit Brille, Abdeckung eines Auges und manchmal mit einer Operation. Früherkennung tut ganz besonders bei einer Augenerkrankung Not, die wenig Symptome hat und oft von den Betroffenen über viele Jahre unbemerkt verläuft: das Glaukom, im Volksmund auch Grüner Star genannt. Hier muss eine - allerdings meist lebenslange - Behandlung erfolgen, bei welcher der Druck im Auge gesenkt wird, um eine Schädigung des Sehnerven zu vermeiden. Weniger dramatisch ist der vom Namen her so ähnliche Graue Star (beide Augenerkrankungen werden von Laien immer wieder verwechselt): die Katarakt, eine meist altersbedingte Trübung der Linse, kann heute mit großem Erfolg operiert werden, was an spezialisierten Zentren wie der Universitätsaugenklinik Bochum in vielen Fällen mit dem Einsatz eines speziellen Lasers erfolgt. Die ganz überwiegende Mehrheit der Patienten erfreut sich nach der Kataraktoperation einer exzellenten Sehschärfe und das oft bis ins hohe Alter.

Ein Organteil des Auges, an dem Augenerkrankungen fast unvermeidlich einen Abfall der Sehschärfe verursachen, ist die Netzhaut. Die Netzhaut fungiert im Auge wie der Film in einer Kamera - wenngleich ein in die Kamera einzulegender Film heute im Digitalzeitalter fast in Vergessenheit geraten ist. Die Netzhaut besteht - so dünn sie auch ist - aus zehn unterschiedlichen Zelllagen, von denen die Photorezeptoren wohl die wichtigsten sind. Diffizil wie die Netzhaut aufgebaut ist, bietet sie natürlich eine gewisse Angriffsfläche für pathologische Prozesse. Eine solche Augenerkrankung, die akut auftritt und die gesamte Netzhaut betrifft, ist die Netzhautablösung. Bei diesem Geschehen löst sich die Netzhaut ganz oder teilweise von ihrer Unterlage ab und muss mit einem operativen Eingriff - häufig einer Vitrektomie - wieder zur Anlage gebracht werden.

Sehr häufig leidet die Netzhaut quasi mit, wenn im Körper ein schwereres Allgemeinleiden vorliegt. Ein Beispiel dafür ist der Bluthochdruck, der auch an den Gefäßen der Netzhaut Veränderungen auslösen kann - die Beobachtung der Netzhaut mit einem Augenspiegel (Ophthalmoskop) oder einem bildgebenden Verfahren ist übrigens die einzige Möglichkeit für einen Arzt, die Blutgefäße des Körpers sozusagen "in Aktion" zu sehen, ohne den Patienten auch nur im geringsten zu belasten oder auf invasive Methoden zurück zu greifen.

Schwerwiegender noch als eine hochdruckbedingte Schädigung der Blutgefässe im Auge ist die Manifestation des Diabetes mellitus auf der Netzhaut. Die Stoffwechselerkrankung kann zu pathologischen Ablagerungen, der Ausbildung neuer und krankhafter Blutgefässe auf der Netzhaut führen und in schweren Fällen sogar zu einer Abhebung der Netzhaut und zu einer Einblutung des Glaskörpers. Man spricht in diesen Fällen von einer Diabetischen Retinopathie. Die leichteren Stadien werden mit einer Laserbestrahlung der Netzhaut behandelt, in schweren Ausprägungsformen wie einer Glaskörpereinblutung muss oft eine Vitrektomie vorgenommen werden.

Die wohl schwerwiegendste, weil unter den Augenerkrankungen des höheren Lebensalters sehr häufig, ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Sie betrifft ausschließlich die Stelle des Schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Die Betroffenen haben große Schwierigkeiten zu lesen und im Spätstadium gar, Gesichter zu erkennen - das periphere Sehvermögen hingegen bleibt bis zum Lebensende erhalten. Auch gegen die AMD gibt es inzwischen eine Therapie in Form von in den Glaskörper des Auges injizierten Medikamenten - eine Therapie, die indes nur bei einer Variante der Krankheit hilft, der sogenannten feuchten oder exsudativen AMD. An anderer Stelle von grauerstarlasern.de wird auf die AMD näher eingegangen.