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Augenheilkunde

Den Kontakt mit der Augenheilkunde nicht zu verlieren, ist in jedem Lebensalter ratsam

Unter Medizinern wird die AugenheilkundeUntersuchung der Augen beim Augenarzt gern als "kleines Fach" beschrieben - im Gegensatz etwa zur Chirurgie und zur Inneren Medizin. Doch die Augenheilkunde ist gleichzeitig einer der unmittelbarsten Disziplinen in der Heilkunde: jeder muss irgendwann einmal zu einem Augenarzt oder in eine Augenklinik - während man mit etwas Glück ein langes Leben führen kann, ohne jemals bei einem Dermatologen oder einem Urologen gewesen zu sein (vom Gynäkologen, der rund die Hälfte der Bevölkerung anspricht, ganz zu schweigen). Augenheilkunde hingegen betrifft Jung und Alt, männlich wie weiblich, und hat über das Fachgebiet hinaus Berührungspunkte mit fast der gesamten Heilkunde: der Augenarzt behandelt eben nicht nur eigentliche Augenerkrankungen, sondern auch Manifestationen allgemeiner Erkrankungen, die sich am Auge einstellen können wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Bluthochdruck. 

Für viele Menschen spielt sich der erste Kontakt mit der Augenheilkunde bereits in der Kindheit oder den Teenagerjahren ab: in diesem Alter manifestiert sich häufig eine Kurzsichtigkeit oder eine Weitsichtigkeit, die mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen korrigiert werden kann. Dies geschieht meist beim Augenarzt in der Praxis, kann aber auch - vor allem bei Kindern, bei denen die Weitsichtigkeit mit einem Schielen verbunden ist - zu einer Betreuung und manchmal auch zu einer Operation in einer Augenklinik führen.

Den Kontakt mit der Augenheilkunde nicht zu verlieren, ist in jedem Lebensalter ratsam. Auch Menschen, die bislang keine Brille brauchten, bekommen meist bald nach dem 40. Lebensjahr Probleme. Das Auge entwickelt dann eine besondere Form der Weitsichtigkeit, die Altersweitsichtigkeit oder Presbyopie. Hier gegen hilft eine Brille - gleichzeitig ist der Zeitpunkt für bestimmte Vorsorgemaßnahmen gekommen. Augenärzte empfehlen grundsätzlich, sich nach Vollendung des 40. Lebensjahres auf Glaukom untersuchen zu lassen, eine im Volksmund auch "Grüner Star" genannte Erkrankung des Sehnerven, die häufig durch einen zu hohen Augeninnendruck ausgelöst oder mitverursacht wird. Darüber hinaus sollte man umgehend eine Augenklinik oder einen Augenarzt aufsuchen, wenn man Symptome bemerkt, die bislang nicht vorhanden waren, wie Sehverschlechterung, Schleiersehen etc. Glücklicherweise sind in unseren Gesellschaften schwere Augenverletzungen am Arbeitsplatz durch Schutzmaßnahmen seltener geworden - Freizeitverletzungen, vor allem beim Heimwerken und beim Sport, sind indes in der modernen Augenheilkunde alltäglich und ein häufiger Grund, ein Klinikum aufzusuchen, um beispielsweise eine Netzhautablösung auszuschließen.

Ein auf Augenheilkunde spezialisiertes Klinikum oder ein operatives Zentrum suchen in großer Zahl Menschen reiferen Jahrgangs auf, meist nach Überweisung durch den betreuenden Augenarzt in der Praxis. Denn die wichtigsten Leiden in der Augenheilkunde werden mit zunehmendem Alter häufiger: es sind neben dem Glaukom ("Grüner Star") vor allem die Katarakt ("Grauer Star") und die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Für (fast) all diese Prozesse hat die moderne Augenheilkunde erfolgreiche Therapieansätze - am erfolgreichsten beim Grauen Star, ein Eingriff, der in Deutschland etwa  700.000mal im Jahr erfolgt und somit die häufigste medizinische Intervention überhaupt ist. Mit der Linsenimplantation, also dem Einsetzen einer Intraokularlinse (Kunstlinse), können bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten exzellente Ergebnisse erzielt werden.

Bei den beiden anderen häufigen Leiden sind die Ziele der Augenheilkunde etwas bescheidener: sowohl bei Glaukom als auch bei Makuladegeneration geht es darum, den weiteren Untergang von Sinneszellen zu verhindern und das Sehvermögen zu erhalten - also einen weiteren Verlust an Sehfähigkeit zu verhindern. Beim Glaukom kann die Augenheilkunde dies durch eine Senkung des Augeninnendrucks erreichen - was häufig durch die Gabe drucksenkender Augentropfen geschieht, oft aber auch mit einer Operation in einem Klinikum erfolgt. Von den beiden Formen der Makuladegeneration, der feuchten und der trockenen AMD, ist heute nur die erstere therapierbar, mit der Injektion eines Wirkstoffs in den Glaskörper des Auges. Einen Weg zur Verhinderung des Sehverlustes bei trockener AMD zu finden, ist zur Zeit eine der wichtigsten Herausforderungen für die forschende Augenheilkunde.