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Augenlasern

Das Augenlasern ist seit langem eine feste Größe in der Augenheilkunde

Der Laser ist schon seit langem eine feste Größe in der Augenheilkunde. Zunächst waren es rein kurative Verfahren, die Einzug in die Therapie hielten: schon vor fast einem halben Jahrhundert begann man, Veränderungen an der Netzhaut wie zum Beispiel kleine Netzhautlöcher oder die Manifestationen eines Diabetes mellitus zu lasern. Das AugenlasernAugenlasern ist seit langem eine feste Größe in der Augenheilkunde ist auch heute noch die Grundlage der Therapie einer Augenbeteiligung bei dieser Stoffwechselkrankheit, bei der diabetischen Retinopathie.

Eine ganz andere Rolle spielt die Lasertechnologie bei der Augenkorrektur, bei der Behandlung von Fehlsichtigkeiten, vor allem der Kurzsichtigkeit. In fast jedem Augenzentrum werden heute Methoden angeboten, bei denen mit dem Laser die Struktur, vor allem die Krümmung der Hornhaut moduliert wird, womit deren Brechkraft verändert wird - mit dem Ziel, eine bestehende Fehlsichtigkeit auszugleichen und dem Patienten eine gute Sehschärfe ohne die Notwendigkeit, eine Brille oder Kontaktlinsen zu tragen, zu verschaffen. Es gibt eine Reihe von Verfahren zur Brechkraftänderung an der Hornhaut. Die am weitesten verbreitete Methode ist ein Lasik genannter Eingriff, bei dem der Operateur zunächst mit einem feinen Instrument oder mit einem Femtosekundenlaser einen kleinen und dünnen Teil der oberen Hornhautschicht, einen Flap, freilegt und aufklappt. Danach bearbeitet ein Excimer-Laser die darunter liegende Schicht der Hornhaut in einer exakt vorberechneten Weise, so dass die derart veränderte Krümmung der Hornhaut nach Zurückklappen des Flaps zum gewünschten refraktiven Ergebnis führt: "Null Dioptrien" - also keine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit mehr. Eine Lasik dauert kaum mehr als 7 Minuten; am ersten Tag oder vielleicht auch in den ersten Tagen danach kann der Patient gegebenenfalls noch Schmerzen verspüren. Die Zufriedenheitsraten nach Lasik und vergleichbaren Methoden des Augenlaserns sind sehr hoch. Augenlasern in dieser Form wird deshalb häufig auch von niedergelassenen Einrichtungen vermarktet und durchgeführt, wie der aufgeführte Link beispielhaft zeigt. 

Der schon genannte Femtosekundenlaser (femto bedeutet 10-15 und beschreibt die extrem kurzen Lichtpulse, die der Laser aussendet) hat inzwischen zu einer neuen Variante des Augenlaserns geführt. Die Technologie wird an einigen hochinnovativen Augenzentren wie der Universitätsaugenklinik/Knappschaftskrankenhaus Bochum bei der Operation des Grauen Stars (Katarakt) eingesetzt und hat diese wahrlich revolutioniert. Bei der Femtosekundenlaser-assistierten Kataraktoperation (so die offizielle Bezeichung für ein Augenlasern beim Grauen Star) werden mehrere Schritte vom Laser durchgeführt, die in einer herkömmlichen Kataraktoperation der Chirurg manuell macht. Ein ganz wichtiger Aspekt dieses Augenlaserns ist die Eröffnung der Vorderkapsel, die sogenannte Kapsulotomie. Der Femtosekundenlaser führt diese in einer Präzision aus, wie es selbst die ruhigste Chirurgenhand nicht vermag. Hier, in der Kapseleröffnung durch Augenlasern, liegt ein großer Vorteil für die postoperative Sehschärfe: eine exakte Kapseleröffnung erleichtert eine exakte Positionierung der bei dem Eingriff eingepflanzten Intraokularlinse (IOL). Und ein akkurater Sitz ist für die Abbildungsqualität von Premium-IOL wie zum Beispiel von Multifokallinsen ganz entscheidend.

Noch zwei andere Schritte des Eingriffs können mit Augenlasern vorgenommen werden. Der Femtosekundenlaser kann kleine Inzisionen in der Hornhaut vornehmen, mit denen eine postoperative Hornhautverkrümmung verhindert oder eine vorbestehende Hornhautverkrümmung behoben werden kann. Das Augenlasern übernimmt indes auch einen ganz wesentlich Aspekt der Kataraktoperation: die Zerlegung der getrübten Linse. Binnen weniger Sekunden setzt der Laser seine Herde in die Linse und "fragmentiert" sie, zerlegt sie in kleine, oft würfelförmig aussehende oder wie eine Pizzascheibe geformte Teile. Diese Bruchstücke werden darauf vom Operateur über die minimale Inzision am Rand der Hornhaut entfernt. Hier nun kommt ein großer Vorzug des Augenlaserns zum Tragen: bei der herkömmlichen Kataraktoperation führt der Chirurg eine kleine Sonde ins Auge ein, welche Ultraschallwellen aussendet und die Linse fragmentiert - der Vorgang wird Phakoemulsifikation genannt. Wenn indes der Femtosekundenlaser die Linse bereits behandelt hat, kommt entweder deutlich weniger Ultraschall zum Einsatz - oder gar keiner. Seit in Bochum das Augenlasern mit dem Femtosekundenlaser erfolgt, werden deutlich mehr als 90% der Patienten ganz ohne Ultraschall - "Zero Phako" in der Fachsprache - operiert. Ultraschall nämlich kann verschiedene Nachteile haben, darunter vor allem eine potentielle Schädigung der sensiblen Innenschicht der Hornhaut, des Endothels. Vor allem Patienten, die bereits ein Problem mit ihrer Hornhaut haben, wie zum Beispiel jene, die als Cornea guttata bezeichnete Trübungen aufweisen, profitieren vom Augenlasern.

Sanft ist das Augenlasern mit dem in Bochum eingesetzten Catalys-System ferner bei Patienten, die neben dem Grauen Star auch den Grünen Star, also ein Glaukom, haben. Wie wir in einer wissenschaftlichen Studie zeigen konnten, kann mit unserem System den Patienten eine nennenswerte Erhöhung des Augendruckes - was beim Glaukom höchst unerwünscht ist - während des Eingriffs vermieden werden. Das Augenlasern ist also in mehrfach Hinsicht ein Beitrag zu einer schonenden und sicheren Behandlung des Grauen Stars.

Letzte Änderung: 02.11.2018