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Das menschliche Auge versetzt in Staunen 

Das Auge des Menschen ist in seiner näheren Betrachtung ein wahres Wunderwerk

Auch wenn manche Spezies wie zum Beispiel ein Adler oder ein Habicht eine viel größere Sehschärfe hat als wir, so ist das AugeDas Auge des Menschen des Menschen doch ein wahres Wunderwerk - was man leider oft erst dann richtig zu schätzen weiß, wenn eine Krankheit oder eine Fehlsichtigkeit wie zum Beispiel eine Kurzsichtigkeit uns Probleme bereitet.

Allein der Aufbau des Auges kann uns in Staunen versetzen: verschiedene unterschiedliche Organteile, die perfekt zusammen wirken, um uns die schönen Seiten des Lebens in aller Brillianz und Farbenpracht nahe zu bringen. Die äußere Begrenzung beispielsweise, die Hornhaut, ist ein klares Fenster, das hochsensibel ist - was jeder weiß, der einmal einen Hornhautfremdkörper oder eine Fingernagelverletzung erlitten hat - und ständig feucht gehalten werden muss (vom Tränenfilm), um diese Transparenz zu bewahren. Natürlich soll nicht zu viel Licht ins Auge fallen, sondern genau das richtige Quantum. Diese Aufgabe bewältigt die Regenbogenhaut, die Iris, die unsere Pupille gemäß den momentanen Anforderungen weit - auf einer dunklen Strasse - oder eng - am Strand und im Schnee - stellt. Ausserdem gibt sie unserem Auge und unserer Persönlichkeit noch etwas ganz Charakteristisches mit auf den Weg: die Farbe, die wir als Augenfarbe bezeichnen, die aber eigentlich (nur) die Irisfarbe ist.

Ein gute Sehschärfe wäre nicht zu erreichen, wenn nicht die Linse als eine Sammellinse wirken und das einfallende Licht (=das Bild) auf der Netzhaut scharf abbilden würde. Nun ja - meist bildet die Linse unseren Seheindruck klar und deutlich ab; bei Kurzsichtigkeit indes ist der Augapfel in Relation zur Brechkraft der Linse zu lang, so dass der Fokus nicht auf, sondern vor der Netzhaut liegt. Und natürlich kann diese Sammellinse mit dem Alter trübe werden - der Graue Star, mit dessen erfolgreicher Behandlung sich diese Website auseinander setzt.

Den größten Raum im Auge nimmt eine oft unterschätzte Struktur ein: der Glaskörper. Diese geleeartige Füllung fällt uns eigentlich nur auf, wenn in ihr kleine Verfestigungen vorliegen, die wir, vor allem vor einem hellen Hintergrund, als Glaskörpertrübungen wahrnehmen. In der Netzhaut nehmen die Fotorezeptoren - die Zapfen und die Stäbchen - das Bild wahr und leiten es über die Sehbahn Richtung Gehirn. Dies geschieht übrigens über eine vergleichsweise längere Strecke, denn das Sehzentrum des Gehirns liegt keineswegs in enger Nachbarschaft zu den Augen, sondern im Hinterkopf.

Kann man ein langes Leben führen, ohne je eine Augenkrankheit zu erleiden? Das ist durchaus möglich, denn das menschliche Auge ist ein angesichts seiner Zartheit recht widerstandsfähiges Organ. Ab einem gewissen Alter ist indes eine zumindest leichte Linsentrübung fast normal - ob und wann diese zu einem operationswürdigen Grauen Star geworden ist, entscheiden der Patient aufgrund seiner Symptome und der Augenarzt basierend auf seinen objektiven Untersuchungsbefunden meist gemeinsam. Fast jeder indes wird eine Altersweitsichtigkeit bekommen. Hierunter versteht man die etwa um das 45. Lebensjahr, manchmal auch erst etwas später nachlassende Fähigkeit der Linse, auf Gegenstände in der Nähe zu fokussieren. Das Ergebnis: man braucht eine Lesebrille, die dann im Laufe der Jahre bei naturgemäß zunehmender Altersweitsichtigkeit stetig stärkere Gläser bekommt.

Es gibt indes eine relativ große Gruppe von Menschen, die - nicht selten zum Erstaunen ihrer Familie und ihres Freundeskreises - oft bis ins hohe Alter ohne jedwede Brille lesen. Die Erklärung: bei diesen Mitbürgern liegt meist seit längerem schon eine Kurzsichtigkeit vor. Die Kurzsichtigkeit - die typischerweise im Kinder- oder Teenageralter beginnt - verhindert, dass auf größere Distanzen scharf gesehen wird. Das mag zwar ärgerlich sein und macht viele junge Leute zu Brillenträgern (oder Trägern von Kontaktlinsen). Doch Kurzsichtigkeit hat auch einen Vorzug: die Betroffenen können in der Nähe hervorragend sehen, das kurzsichtige Auge hat, wie man so schön sagt, eine Lupenfunktion. Daher wird ein seit langem an seine Kurzsichtigkeit gewöhnter Mensch in höherem Alter seine (Fern-)Brille absetzen und wunderbar das Kleingedruckte erkennen.

Dieser Vorzug der Kurzsichtigkeit überzeugt indes nicht alle; vor allem nicht junge Menschen, die noch keinen Gedanken an ihre Lesefähigkeit um den 45. oder 50. Geburtstag verschwenden. Für Patienten, die der Kurzsichtigkeit und damit des Brilletragens überdrüssig sind, gibt es heute eine Reihe operativer Verfahren, mit der die Kurzsichtigkeit behoben werden kann. Die meisten dieser Eingriffe werden an der Hornhaut vorgenommen. Für sehr hohe Kurzsichtigkeiten gibt es indes die Alternative der Linsenchirurgie, zum Beispiel den Austausch der eigenen mit einer die bestehende Kurzsichtigkeit ausgleichenden Kunstlinse, ein sogenannter clear lens exchange. Eine eingehende augenärztliche Beratung muss sicher stellen, dass sich der Patient für das seinen Anforderungen optimale Verfahren entscheiden kann - oder vielleicht doch bei Brille oder Kontaktlinse bleibt.