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Linsenaustausch im Universitätsklinikum

Graue Star-OP nach Lasik

Linsenaustausch nach refraktiver Hornhaut-Chirurgie

Wenn der Graue Star nicht die erste Augenoperation ist

Der Traum, ohne Brille leben, arbeiten, Sport treiben und reisen zu können, ist heute für Menschen mit Fehlsichtigkeiten längst Realität geworden. "Brillenunabhängigkeit" für Kurzsichtige, Weitsichtige und Menschen mit Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) kann durch einen kurzen Eingriff an der Hornhaut mit hohen Erfolgsraten erreicht werden. Dafür - diese Indikationen in ihrer Gesamtheit werden unter dem Begriff Refraktivchirurgie zusammengefasst - gibt es verschiedene Techniken wie Lasik, Smile und PRK, die jeweils den individuellen Bedürfnissen angepasst werden können.

So haben in den letzten 20 Jahren weltweit Millionen überwiegend junger Menschen von einer Lasik (Laser in-situ Keratomileusis) profitiert. Etwas niedriger ist die Zahl der Menschen, die sich einem Eingriff wie der PRK (photorefraktive Keratektomie) oder Smile (Small-incision lenticule extraction) unterzogen haben. Ein älteres und inzwischen kaum noch praktiziertes weiteres Verfahren ist die Radiale Keratotomie (RK), die in den 1970er und 1980er Jahren vor allem in den USA, der damaligen Soviet-Union und in Südamerika von einigen Augenoperateuren praktiziert wurde.

Diese Patienten gehören meist der sogenannten Babyboomer-Generation an, und auch sie bleiben nicht ewig jung. In Deutschland kommen viele der refraktivchirurgischen Patienten aus den Jahren des Aufkommens dieser Methoden nun in jenen Lebensabschnitt, in dem die altersbedingte Linsentrübung, der Graue Star oder die Katarakt fast ganz normal ist. Zu einer solchen Veränderung an der Linse kommt es ganz unabhängig von einer vor Jahren - manchmal vor vielen Jahren - durchgeführten Lasik oder einer anderen refraktiven Behandlung der Hornhaut, wie Smile oder PRK. 

Kataraktchirurgie bei Patienten, die früher LASIK, SMILE oder PRK hatten

Allerdings: Bei Menschen, die sich in jungen Jahren für einen refraktiven Eingriff entschieden hatten, stellt die Operation des Grauen Stars für den behandelnden Augenarzt durchaus eine besondere Herausforderung dar.

 

Grauer Star nach Lasik, PRK oder Smile

Dies hat drei wesentliche Ursachen:

Höhere Erwartungshaltung bei Grauer Star Behandlung nach erfolgter Lasik

  • Wer sich einer Lasik unterzogen hat, kann sich gedanklich mit einer Lesebrille weniger anfreunden. Kurzum, Menschen, dies sich einst für eine Lasik entschieden haben, möchten auch nach einer Grauen Star-Op ohne Brille auskommen.

 

Anspruchsvollere Ausgangssituation bzgl. Linsenbestimmung nach refraktiver Chirurgie

  • Bei der Operation des Grauen Stars wird die getrübte natürliche Linse durch eine Kunstlinse oder Intraokularlinse (IOL) ersetzt. Deren Brechkraft muss vorher basierend auf einer Hightech-Ausmessung des Auges (Biometrie) errechnet werden, um dem Patienten optimale postoperative Sehfähigkeit zu verschaffen. Die Diagnostik zur Bestimmung der richtigen Brechkraft der zu implantierenden Linse ist nach refraktiver Hornhautchirurgie - wie nach einer Lasik - aufwändiger als bei unbehandelten Augen. Nur auf eine solche Situation wirklich spezialisierte Kataraktchirurgen mit umfassender Erfahrung erreichen hier ähnlich hohe Trefferquoten innerhalb des „Happyness-Bereichs“ wie bei zuvor unbehandelten Augen. Der Happyness-Bereich bezeichnet eine Abweichung innerhalb  von +- 0,5 Dioptrie um die Zielbrechkraft, die typischerweise bei "Null Dioptrien" liegt, also ein von Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit freies Auge beschreibt.

Andere Voraussetzungen bei einer Hornhaut, an der vor Jahren ein Eingriff vorgenommen wurde

  • Die Oberfläche einer Hornhaut, an der ein refraktiver Eingriff vorgenommen wurde, hatte in den Jahren, als Lasik eingeführt wurde, eine oft unregelmäßige Geometrie, was zu sogenannten Abbildungsfehlern führen konnte - ein Grund dafür waren im Vergleich zur heutigen Technik zu kleine Behandlungszonen. Diese Abbildungsfehler wurden umso größer,  je umfassender und komplexer die Fehlsichtigkeit war, deren Korrektur die Lasik zum Ziel hatte. Patienten, die mit einer Lasik hohe Kurzsichtigkeiten, einen hohen Astigmatismus oder eine hohe Weitsichtigkeit korrigieren ließen, sind heute für Multifokallinsen eher nicht geeignet. Die Abbildungsqualität ist oftmals nach beiden Eingriffen nicht sehr gut. Neben einer möglichst makellosen Hornhaut erfordern Multifokallinsen auch einen guten Tränenfluss - dieser ist leider bei manchen Patienten nach einem refraktiven Hornhauteingriff gestört. 


Fazit:
Eine Graue Star-OP nach Lasik ist in der Regel eine komplexere Linsenoperation als bei nicht voroperierten Patienten. Zudem haben ehemalige Refraktivpatienten oft recht hohe Ansprüche, denen der Augenchirurg bei der besonderen Ausgangssituation aufgrund der behandelten Hornhaut nicht ohne weiteres gerecht werden kann.

 

Unsere Empfehlung für eine Graue Star-Op nach refraktiver Hornhautchirurgie

Wurde bei Ihnen eine Lasik oder ein anderer refraktiver Eingriff an der Hornhaut durchgeführt, gilt es die aktuelle Abbildungsqualität der Hornhaut gut zu bestimmen. Wurde die Lasik oder PRK in den letzten zehn Jahren durchgeführt und wurden maximal vier Dioptrien Kurzsichtigkeit korrigiert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie mit einer klassischen Multifokallinse gut zurecht kommen werden.

Alternativ ist bei vielen wegen einer Kurzsichtigkeit oder einer Weitsichtigkeit voroperierten Patienten die Implantation von sogenannten EDOF-Linsen (extended depth of focus, erweiterte Tiefenschärfe) - wie die Lara- oder die Symfony-Linse - möglich. Diese Linsen ermöglichen oft eine gute Sehqualität, auch wenn die angestrebte Zielrefraktion von "Null Dioptrien" nicht ganz erreicht wurde.

Möchten Sie ein Optimum an Visusqualität ohne Fernbrille nach einer Lasik erreichen, so stellt die Licht-adjustierbare-Linse (LAL) derzeit eine sehr gute Lösung dar, da hier die Zielrefraktion nach dem Eingriff durch eine gezielte UV-Lichtbestrahlung des photosensitiven Linsenmaterials für Sie noch feinabgestimmt werden kann. Dies setzt einen gewissen Mehraufwand und Ihre Mitarbeit nach dem Eingriff voraus. Die Linse ist von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassen. An der Universitätsaugenklinik Bochum haben wir mit dieser Linse seit über zehn Jahren gute Erfahrungen gesammelt.

Gehören Sie hingegen zu der Patientengruppe, die eine sehr hohe Lasik-Korrektur, einen Keratokonus oder einen irregulären Astigmatismus hat, ist die IC-8 Linse möglicherweise die beste Alternative. Dank der erhöhten Tiefenschärfe durch eine Lochblende ist auch bei diesen komplizierteren Ausgangssituationen eine gute Sehschärfe (Fachausdruck:Visus) möglich. Und mit etwas Glück kommen Sie sogar in vielen Situationen im Alltag ganz ohne Brille aus. Manchmal reicht auch die Implantation einer IC-8 Linse auf dem nicht-dominanten, dem individuell schwächeren Auge.

Bei dem Einsatz einer Premiumlinse empfehlen wir den Eingriff mit einem Femtosekundenlaser durchzuführen, da es nach unserer Erfahrung mit dieser neuen Technologie wahrscheinlicher ist, die gewünschte Zielrefraktion zu erreichen als mit dem klassischen Ultraschall-Linsenaustausch.

Grundvoraussetzung ist in jedem Falle eine genaue und individuelle Vermessung Ihres Auges, damit die Linsenstärke möglichst optimal berechnet wird und damit die Brechkraft Ihres Auges nach dem Eingriff nahe an der gewünschten Zielrefraktion liegt. Dies setzt nach einer zuvor durchgeführten Lasik eine höhere Expertise des gesamten Diagnose- und Behandlungsprozesses voraus als bei einer Standardbehandlung des Grauen Stars. Wir in der Augenklinik Bochum können während der Operation und nach der Entfernung der Linse eine Refraktionsmessung durchführen. In Einzelfällen ersetzen wir die zuvor berechnete Linse durch eine passendere. Dies ist möglich, da wir in der Klinik ein großes Lager an Intraokularlinsen insbesondere für diese Situation bereithalten.

 

Wir in der Universitäts-Augenklinik Bochum

  • führen jährlich über 3500 Graue Star-Behandlungen durch.
  • Dank unser Spezialisierung auf Femtosekundenlaser und
  • refraktiv chirurgische Behandlungen wie Lasik


verfügen damit über ideale Voraussetzungen, Ihren Grauen Star nach Lasik passend auf Ihre individuellen Sehbedürfnisse hin zu bebehandeln. Von unserer Zusammenarbeit mit anderen führenden und forschenden Zentren in der internationalen Augenheilkunde - profitieren Sie zusätzlich.


Letzte Änderung: 01.08.2019

Grauer Star lasern - Augenklinik Bochum


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