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Sehfehler bei Laserbehandlung mitkorrigieren

Sehfehler dank hochpräziser Online Messung bestmöglich ausgleichen

Hochpräzise Chirurgie dank intraoperativem High-Tech-Messsystem

Vor jeder Operation des Grauen Stars wird das Auge des Patienten exakt vermessen (Biometrie), um jene Kunstlinse einzusetzen, die den individuellen Anforderungen am besten gerecht wird. So können vor der Operation bestehende Sehfehler wie eine Kurzsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung zusammen mit der Linsentrübung quasi "in einer Sitzung" behoben werden und auch Patienten, die lange - manchmal fast ihr Leben lang - Brillenträger gewesen sind, können postoperativ höchste Sehqualität "brillenfrei" genießen.

Die Vermessung des Auges ist jetzt dank einer High-Tech-Innovation noch präziser, noch zuverlässiger geworden. In der Universitätsaugenklinik Bochum setzt Professor Dr. Burkhard Dick, der Direktor der Klinik, als erster Augenchirurg in Deutschland das so genannte ORA System (Optiwave Refractive Analysis System) ein, mithilfe dessen sich bereits während der Operation per Computer die für den jeweiligen Patienten optimal einzusetzende Kunstlinse sowie dessen Brechkraft nach Implantation automatisch berechnen lassen – und das alles völlig berührungslos und schmerzfrei.
Das ORA-System ist direkt im OP-Mikroskop installiert und misst im Laufe des chirurgischen Eingriffs unter Einsatz eines speziellen Computersystems die jeweils benötigte Stärke für die bestmögliche Fernsicht des Patienten. Diese Messung - sozusagen mitten im Geschehen - ist deutlich präziser als die herkömmliche Biometrie, die vor der Operation erfolgt. Diese extrem exakte neue Messmethode ist vor allem dann äußerst wertvoll, wenn bei einem Sehfehler eine Intraokularlinse (IOL) implantiert wird, bei deren Sitz und Ausrichtung im Auge es auf Millimeter, wenn nicht gar Mikrometer ankommt: torische IOL zum Ausgleich eines Astigmatismus (einer Hornhautverkrümmung, siehe oben) und Multifokal-IOL, die ein scharfes Sehen sowohl für die Ferne als auch bei Fixation auf die Nähe ermöglichen soll.

Basisinformation: Schematische Darstellung des fehlerhaften SehensSehfehler (Fehlsichtigkeit)

Neben der Alterssichtigkeit gehören die Hornhautverkrümmung, die Kurz- und Weitsichtigkeit zu den häufigsten Sehfehlern des menschlichen Auges. Diesen Fehlsichtigkeiten ist gemein, dass der Brennpunkt der Lichtstrahlen nicht auf der Netzhaut liegt. Schielen kann oft Folge von sehr unterschiedlichen Sehfehlern zwischen den beiden Augen sein.


Kurzsichtigkeit (Myopie)

Kurzsichtigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass weit entfernte Objekte nicht oder schlecht erfasst werden. Ursache können eine starke Krümmung der Hornhaut oder eine Verlängerung des Augapfels sein. Das Bild entsteht so vor der Netzhaut. Die Diagnose erfolgt durch einen Sehtest, bevor der Sehfehler mit einer Sehhilfe (Brille oder Kontaktlinsen) oder mittels einer Laserbehandlung korrigiert wird.

Der Goldstandard der Laserbehandlung ohne Grauem Star ist heute die Femto-Lasik. Alternativ ist bei sehr hohen Kurzsichtigkeiten auch eine (zusätzliche) Linse (phake Linse) möglich.

Liegt ein Grauer Star vor, lässt sich die Kurzsichtigkeit ideal bei dem bevorstehenden Linsenaustausch miteinberechnen. Eine Überkorrektur gilt es bei kurzsichtigen Menschen zu vermeiden, da dies auf grund der langen Gewohnheit in der Nähe schärfer zu sehen, schneller zu einer Unzufriedenheit führt.   

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Weitsichtigkeit macht sich durch eine erschwerte Wahrnehmung von nahegelegenen Objekten bemerkbar. Einerseits gilt eine zu geringe Brechkraft von Hornhaut und Linse als Ursache für den Sehfehler. Andererseits ist auch ein zu kurzer Augapfel für eine Weitsichtigkeit verantwortlich. Das Bild entsteht so hinter der Netzhaut. In jungen Jahren können Menschen die Weitsichtigkeit mit erhöhter Akkommodation häufig noch ohne Sehhilfen ausgleichen. Dies kann aber auf Dauer zu Kopfschmerzen führen. Zwar kommt auch die Femto-Lasik bis drei Dioptrien zum Einsatz, jedoch lässt die Beeinträchtigung am besten mit einer Brille oder Kontaktlinsen beheben. Liegt ein Grauer Star oder eine sehr hohe Weitsichtigkeit vor, lässt sich die Weitsichtigkeit ideal mit dem Linsenaustausch ausgleichen.

Stabsichtigkeit (Astigmatismus)

Bei einer Stabsichtigkeit treten sowohl eine Kurzsichtigkeit als auch eine Weitsichtigkeit in unterschiedlichen Sehachsen auf. Meist handelt es sich um, eine reguläre Hornhautverkrümmung, nach oder gegen die Regel. Nach der Regel bedeutet, dass die horizontale Achse stärker als die vertikale Achse gekrümmt ist.

Auch Augenkrankheiten, darunter Keratokonus oder Keratoglobus, können den Astigmatismus auslösen. Die Brechkraft der Hornhaut ist hier durch die Ausbeulung irregulär. In manchen Fällen ist auch die natürliche Linse für die Stabsichtigkeit verantwortlich. 

Die reguläre Stabsichtigkeit wird entweder mit einer Sehhilfe oder durch einen operativen Eingriff korrigiert. Dabei werden die Brechkraftfehler in den unterschiedlichen Achsen ausgeglichen. Ein irregulärer Astigmatismus lässt sich am besten durch eine harte Kontaktlinse ausgleichen. Die formstabile Kontaktlinse wirkt mit dem Tränenfilm wie ein Korsett auf den irregulären Ausbeulungen der Hornhaut.

Bei Augenoperationen ist der ungewollt induzierte Astigmatismus die typische Begleiterscheinung, die es zu reduzieren gilt. Im Idealfalle kann bei einer Augenoperation der induzierte Astigmatismus einen vorhandenen Astigmatismus ausgleichen. Hierzu bedarf es einer sehr hohen Standardisierung der Operationsabläufe. Femtosekundenlaser und die intraoperative Linsenbrechnung können das Ergebnis noch weiter präzisieren.

Ein geringer und gewohnter Astigmatismus kann im Einzelfalle helfen, die Auswirkungen einer Alterssichtigkeit etwas zu kompensieren. Erfahrene Augenchirurgen versuchen dies zu berücksichtigen.

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Alterssichtigkeit ist kein echter Sehfehler, sondern die mit dem Alter nachlassende Fokussierungsmöglichkeit in der Nähe. Buchstaben beim Lesen beginnen zu verschwimmen und die Arme werden zu kurz, um die Zeitung zu lesen. Im Normalfall wird dies mit Mitte vierzig spürbar. Der natürlichen Linse fehlt es buchstäblich an Flexibilität, da sie zunehmend verhärtet. Alterssichtigkeit lässt sich mittels eines Sehtests bestätigen. Lesebrillen und Gleitsichtbrillen mit denen Patienten sowohl in die Ferne schauen als auch lesen können, gelten diesbezüglich als Lösung.

Beginnt die natürliche Linse auch zunehmend einzutrüben, können mit einer Katarakt OP die Auswirkungen der Alterssichtigkeit stark reduziert werden. Dabei kann man alternativ das nichtdominante Auge stärker auf die Nähe ausrichten, dies nennt man Monovision. Oder man setzt Multifokallinsen ein. Bei beiden Optionen ist es wichtig, dass die Berechnung der neuen Linsen optimal durchgeführt wird. Auch ist eine besondere Präzision bei der Operation des Grauen Stars in diesen Fällen notwendig. Ein erfahrener Augenchirurg und der Femtosekundenlaser erhöhen die Präzision der OP.

Eine neue Generation von Augenlinsen erweitert die Tiefenschärfe. Hier kommt man bis zu Arbeiten in Bildschirmdistanz ohne Lesebrille aus, ohne dabei die Nachtfahrtauglichkeit durch eine Multifokallinse zu reduzieren. Diese Linse eignet sich für besonders für Menschen, die das meiste an Sehqualität rausholen möchten. Lesen Sie mehr dazu unter Refraktiver Linsenaustausch.  

Im Idealfalle kommt man dann im Alltag ohne Brille, Lesebrille oder Gleitsichtbrille aus. Dank Laserbehandlung können Sehfehler heute erfolgreich korrigiert werden.