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Fuchs-Dystrophie

Die Fuchs-Dystrophie ist eine vererbte Erkrankung der Hornhaut des Auges

Die Kataraktoperation mit dem Augenlaser kommt mit deutlich weniger Ultraschallenergie im Augeninneren aus als die herkömmliche Methode - an einer Klinik mit einem umfangreichen Erfahrungsschatz mit der Methode wie der Universitätsaugenklinik Bochum kann in den allermeisten Fällen auf die Anwendung von Ultraschall (Phako-Energie) ganz verzichtet werden. Davon profitieren vor allem Patienten, die ein Problem mit der sensiblen inneren Schicht der Hornhaut, dem Endothel, haben. Der Verzicht auf Phako-Energie eliminiert eine wichtige Ursache für einen postoperativen Verlust von Endothelzellen. Zwei Hornhauterkrankungen, bei denen dies besonders relevant ist, sind die Fuchs-Dystrophie und die Cornea guttata.

Die Fuchs-Dystrophie ist eine erbliche Veränderung an der inneren Schicht der Hornhaut. Sie tritt meist auf beiden Augen auf, Frauen mittleren Alters haben häufiger eine Fuchs-Dystrophie als Männer. Die Symptome der Fuchs-Dystrophie sind recht unspezifisch: die Patientinnen (nur etwa ein Viertel der Fuchs-Patienten sind Männer) bemerken ein Nachlassen der Sehschärfe und eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit - ganz ähnliche Symptome übrigens, wie sie ein Bürger mit einer beginnenden Linsentrübung bemerkt.

Die Diagnose wird der Augenarzt an der Spaltlampe stellen - oder mit einer speziellen Kamera, welche die Dichte der Endothelzellen ermittelt. Bei der Fuchs-Dystrophie nämlich ist es um diese schlecht bestellt. Fehlende oder nicht funktionierende Endothelzellen bedeuten, dass diese Schicht ihre physiologische Funktion nicht mehr ausüben kann: das Abpumpen von Wasser aus der Hornhaut in die Vorderkammer des Auges. Eine solche Minderfunktion führt dazu, dass zur Bildung von flüssigkeitshaltigen Blasen in der mittleren Schicht der Hornhaut, dem Stroma, kommt. Für die von der Fuchs-Dystrophie Betroffenen bedeutet dies, dass die Sehschärfe weiter sinkt. Typischerweise geben Fuchs-Patienten an, dass die Beschwerden im Laufe des Tages ein wenig besser werden, was daran liegt, dass ein Teil der Flüssigkeit bei geöffneten Augen nach vorne, durch das Epithel hindurch, austreten und verdunsten kann. Das Ganze kann chronisch werden, Blutgefässe können in das Auge mit der Fuchs-Dystrophie einwachsen - was kein gutes Zeichen ist.

Leider ist die Therapie der Fuchs-Dystrophie nicht ganz so erfolgreich und unkompliziert wie jene des Grauen Stars. Eine relativ einfache Maßnahme ist die Einträufelung von hypertonen Augentropfen, deren Salzgehalt höher ist als jener der Tränenflüssigkeit und die auf diesem Wege der Hornhaut Wasser entziehen sollen. Wenn die Fuchs-Dystrophie noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, funktioniert dies auch in Maßen und nicht wenige Patienten verspüren eine Erleichterung ihrer Symptome. Wenn die Fuchs-bedingten Trübungen der Hornhaut indes schwerer und irreversibel geworden sind, hilft meist nur noch ein chirurgischer Eingriff. Eine relativ invasive Methode ist die perforierende Keratoplastik - eine Hornhautübertragung. Bei dieser Intervention wird ein kreisrundes Scheibchen der Hornhaut ausgestanzt und ein exakt gleich grosses klares Transplantat von einem verstorbenen Spender wird eingesetzt und mit sehr feinen Nähten befestigt. Im Idealfall bleibt das Transplantat klar, der Patient hat nun praktisch eine "neue" Hornhaut, die nicht an der Fuchs-Dystrophie leidet. Allerdings tritt der Idealfall nicht immer ein. Ein ganz grosses Problem nach einer perforierenden Keratoplastik - wegen einer Fuchs-Dystrophie oder aus anderen Gründen - ist wie überall in der Transplantationsmedizin die Abstossungsreaktion. Der Patient muss lange, oft über Jahre Medikamente einnehmen, um eine solche Immunreaktion gegen das körperfremde Gewebe zu verhindern. Ein weniger grosses Problem ist diese Komplikation bei einer neuen Methode, die in Frage kommt, wenn sich das krankhafte Geschehen bei der Fuchs-Dystrophie auf das Endothel und die darüber liegende Descemet-Membran beschränkt.  Bei der Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) wird nur ein Teil einer Spenderhornhaut transplantiert, nämlich ein lediglich aus Descemet-Membran und Endothel bestehendes Scheibchen. Dies funktioniert dann, wenn die darüber liegenden Zellschichten des Empfängers wie das Stroma und das Epithel keine Schäden durch die Fuchs-Dystrophie (oder eine andere Erkrankung des Endothels) aufweisen. Bei der DMEK wird nur eine kleine Öffnung am Hornhautrand gemacht, über die das zusammengerollte Spenderscheibchen eingebracht wird, welches sich dann im Auge und nach Abtragung der eigenen, von der Fuchs-Dystrophie gezeichneten Endothelschicht aufrollt und vom Chirurgen in Position gebracht wird. Anders als bei der perforierenden Keratoplastik muss also der vordere Augenabschnitt nicht total eröffnet werden, so dass sich das Auge viel schneller erholt und der Patient meist sehr bald wieder ein gutes Sehvermögen hat.