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IOL

IOL (Intraokularlinse)

Wann bekommt man eine IOL (Intraokularlinse) eingesetzt? 

Beim der Operation des Grauen Stars (Katarakt) mit dem Femtosekundenlaser wie auch bei der herkömmlichen Kataraktoperation (Phakoemulsifikation) wird nicht einfach ein funktionsschwacher Organteil entfernt, die getrübte Linse des Auges. Vielmehr wird diese Linse durch etwas ersetzt, was klar ist und in zahlreichen Fällen den Visus nicht nur besser macht als vor der Operation, sondern möglicherweise gar besser als jemals zuvor. Die Intraokularlinse (IOLIOL Intrakularlinse) wird so in ihrer Brechkraft ausgesucht, dass eine eventuell bestehende Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird, der Patient also ohne eine zusätzliche Brille eine optimale Sehschärfe erhält. Durch die IOL wird die Kataraktoperation gleichzeitig auch zu einer refraktiven Operation, zu einer Behebung einer Fehlsichtigkeit. Deswegen ist es möglich geworden, dass zum Beispiel ein Patient, der seit seiner Kindheit wegen einer Kurzsichtigkeit Brillenträger war, während der Kataraktoperation eine IOL exakt jener Stärke implantiert bekommt, die ihm von nun an Brillenfreiheit für das Weitsehen ermöglicht - was von den Patienten wie ein "neuer, schöner Tag" empfunden wird.

Welche Fortschritte haben IOL's gemacht?

Intraokularlinsen wurden (wie an anderer Stelle dieser Website erzählt wird) Ende der 1940er Jahre erstmals von dem englischen Augenarzt Sir Harold Ridley bei Patienten mit Katarakt implantiert. Durchgesetzt haben sie sich indes nach zahlreichen Verbesserungen und Verfeinerungen erst an den späten 1970er/frühen 1980er Jahren. Es gibt verschiedene Materialien, aus denen eine IOL hergestellt werden kann. Da in der modernen Kataraktchirurgie indes die Kleinschnitttechnik mit Inzisionen von weniger als 2 mm dominiert, verwenden wir praktisch ausschließlich faltbare, weiche IOL. Eine solche IOL, die vom Hersteller zusammengerollt geliefert wird, führt der Augenchirurg mit einer besonderen Art von Injektor nach Entfernung der natürlichen Linse in das Auge ein, worauf sie sich im Kapselsack - der äußeren Hülle der natürlichen Linse, die im Auge verbleibt - entfaltet. Fast automatisch sitzt die IOL damit an der Stelle, wo sie hingehört; der Operateur muss meist allenfalls leichte Korrekturen des Sitzes vornehmen.

Unterscheidungsmerkmale von IOL's 

Welche IOL bei einem Patienten implantiert wird, werden Augenarzt und Patient in einem Vorgespräch entscheiden. Die Wahl der bestmöglichen IOL hängt von verschiedenen Faktoren ab, nicht zuletzt von den Erwartungen des Patienten an sein postoperatives Sehvermögen und von der refraktiven Ausgangssituation ab - ob also der Patient kurz- oder weitsichtig ist. Oder ob er eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) hat. Der optisch einfachste Typ einer IOL ist eine Monofokallinse - sie wird so berechnet, dass der Patient idealerweise ohne Brille gut, vielleicht sogar exzellent auf die Ferne oder aber die Nähe sehen kann.

IOL's zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung: torische Intraokularlinsen

Einem Patienten, dessen visuelles Hauptproblem neben dem Grauen Star vor allem eine Hornhautverkrümmung war, wird man eine torische IOL empfehlen. Die torische Intraokularlinse verfügt über eine Achse, in der ihre Brechkraft am ausgeprägsten ist. Sie wird so ausgesucht und implantiert, dass diese Achse der Intraokularlinse jener des individuellen Astigmatismus entspricht. Eine besonders gute optische Qualität versprechen asphärische IOL, mit denen die oben angesprochenen Schwierigkeiten beim Sehen in der Dunkelheit und bei der Kontrastwahrnehmung vermieden werden können.

Intraokularlinsen zur Korrektur von Alterssichtigkeit und Reduzierung einer Lesebrille im Alltag

Ebenfalls anspruchsvoll und ggf. mit einer gewissen Eingewöhnungszeit verbunden ist die multifokale IOL. Von diesem IOL-Typ werden mit unterschiedlichen optischen Konzepten (mindestens) zwei verschiedene Brennpunkte erzeugt. Der mit einer Multifokallinse versorgte Patient soll in der Ferne und im Nahbereich scharf sehen und dies weitgehend oder ganz ohne Brille. Multifokale IOL versprechen ein Höchstmaß von Flexibilität und Brillenunabhängigkeit. Die Vorzüge dieser IOL erkauft man sich mit einigen kleinen Nachteilen wie einer reduzierten Kontrastwahrnehmung und einer Abhängigkeit der Wirkung der IOL von der Größe der Pupille.

Darüber hinaus gibt es EDOF-Linsen, die ebenfalls die Auswirkungen der Altersichtigkeit reduzieren. Im Gegensatz zu klassischen Multifokkallinsen haben sie weniger Nebenwirkungen als Multifokallinsen. Dafür benötigt man für längeres Lesen häufig noch eine Lesebrille. 

Feintuning der Refraktion nach dem Linsenaustausch

Ferner gibt es noch einen Typ von IOL, bei dem mit Ende der Operation noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Die sogenannte light adjustable lens (LAL) ist eine IOL, deren Krümmung noch nach Implantation veränderbar ist. Sollte festgestellt werden, dass noch ein Rest-Brechkraftfehler vorliegt und der Patient diesen entfernt haben möchte, kann die lichtsensitive Oberfläche dieser Intraokularlinse in einem bestimmten Sektor mit UV-Licht kurzzeitig bestrahlt werden, so dass es zu einer leichten Änderung der Krümmung und damit der Brechkraft der Intraokularlinse kommt.

IOL als Refraktiver Linsenaustasch - ohne Grauen Star

Fast alle IOL sind auch dann implantierbar, wenn der Patient gar keinen Grauen Star hat. Die Linsenchirurgie hat sich neben Eingriffen an der Hornhaut wie Lasik zu einer festen Säule in der refraktiven Chirurgie, also in der operativen Behandlung von Fehlsichtigkeiten etabliert. Man kann zum Beispiel bei einem hochkurzsichtigen Menschen jüngeren Alters (lange bevor sich die Linse eintrübt) eine IOL anstelle der normalen Augenlinse implantieren, ein sogenannter refraktiver Linsenaustausch (clear lens exchange). Eine IOL kann aber auch zusätzlich zur natürlichen Linse implantiert werden. In diesen Fällen spricht man von einer phaken IOL. Die phake IOL ist eine Option bei hohen Fehlsichtigkeiten (mehr als minus 8 Dioptrien Kurzsichtigkeit, mehr als plus 4 Dioptrien Weitsichtigkeit), wenn die Chancen auf einen erfolgreichen refraktiven Eingriff an der Hornhaut nicht so gut sind.

Letzte Änderung: 08.11.2017
Grauer Star lasern - Augenklinik Bochum