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3-D Live Surgery

3-D Video Live Surgery auf der DGII-Tagung in Bochum

DGII (Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionnelle und refraktive Chirurgie) -Aktuell, September 2014

Keine Frage, es muss nicht „Herr der Ringe“, „Godzilla“ oder ein Disney-Musical wie „Frozen“ sein – auch Ophthalmochirurgie wirkt in 3-D einfach brillant. Bei der letzten DGII-Tagung in Bochum war die Video Live Surgery in 3-D, wie das Feedback seitens der Teilnehmer ergeben hat, ein Highlight. Die Teilnehmer waren bei Implantationen von innovativen IOL und dem Einsatz verschiedener Femtosekundenlaser-Systeme sowie neuer Operationstechniken im wahrsten Sinne des Wortes hautnah dabei. Den Zuschauer wird auch bei diesen Präsentationen die hohe Auflösung und Detailtreue begeistern; die dritte Dimension liefert zusätzliche relevante Informationen. Man hat im Auditorium das Gefühl, mit am OP-Tisch oder am Display des Femtosekundenlasers zu stehen – selbst wenn man nicht in der Saalmitte, sondern auch wenn man eher peripher sitzt. Die 3-D-Live-Surgery gehörte zu jenen Kongresserlebnissen, die man nicht so schnell vergisst. Und man kann im Nachhinein die Operationen auch am heimischen Computer, 3-D-tauglichen Fernseher oder beispielsweise auf dem iPad mit Retinadisplay – in Ansätzen – auf sich einwirken lassen. Zum Beispiel findet man unter anderem die 3-D Videos der DGII-Tagung aus der Universitäts-Augenklinik Bochum in unserem YouTube Channel: „Operation in No OVD Technik“ und „LCS mit Implantation einer Femto-IOL“. Dennoch kann man konstatieren, dass die verwendeten Systeme noch Platz für weitere Perfektionierung haben. Nur wenige momentan verfügbare Kamerasysteme sind die Ophthalmologie geeignet, vor allem Platz ist in einem Szenario ein Problem, in dessen Mittelpunkt das OP-Mikroskop steht. Ebenfalls sehr begrenzt scheint die Zahl der Produktionsfirmen, die das für die Ophthalmochirurgie notwendige Knowhow haben. Gelegentlich hat man als Operateur nach der Produktion eines solchen Videos den Eindruck, das Ganze ist ein wenig zu hyperplastisch. Und ohne eine 3-D-Brille geht es im Moment noch nicht – was natürlich eine ganz nette Reminiszenz an die erste große Blütezeit des 3-D-Kinos in den1950er-Jahren ist mit seinen Klassikern wie „It came from Outer Space“. Einen weiteren Haken hat die Technik noch: Die Kosten sind momentan (noch?) wenn nicht exorbitant, so doch ziemlich hoch. Mittelfristig muss man nicht Nostradamus sein, um vorherzusagen, dass diese Art der Fortbildung ihren festen Platz haben wird. Der Erfolg im Konsumerbereich – viele Hollywood-Produktionen werden heute in einer normalen und in einer 3D-Version (und oft zusätzlich noch im IMAX-Format) auf den Markt gebracht – weist den Weg. Und dass die momentan noch bestehenden Hürden überwunden werden, ist unzweifelhaft: Der operierende Augenarzt hat nun einmal gehobenere Ansprüche als der Wochenend-Kinobesucher.

Prof. Dr. med. H. Burkhard Dick, Bochum  

www.grauerstarlasern.de 

 

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