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AECOS - Professor Dick neuer Präsident europäisch-amerikanischer Augenchirurgen

Pionierarbeit: PiXL und IC8-IOL in Bochum. Nach Grauer Star-OP immer häufiger "brillenfrei".

Pressemitteilung Universitäts-Augenklinik Bochum, 12.06.2017

Professor Burkhard Dick wird Präsident der europäisch-amerikanischen Gesellschaft der Augenchirurgen

In zahlreichen Wissenschaftsbereichen sind Europa und Nordamerika führend - vor allem in der Medizin. Nicht in allen Fachrichtungen indes besteht eine enge und institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern und Ärzten der beiden Kontinente. In der Augenchirurgie allerdings gibt es eine gemeinsame Organisation, den American European Congress of Ophthalmic Surgery, abgekürzt AECOS. Auf der Sommertagung dieser internationalen Gemeinschaft von hochrangingen Operateuren, Firmenchefs und führenden Investoren in Prag hat Professor Dr. Burkhard Dick, Direktor der Universitätsaugenklinik/Knappschaftskrankenhaus Bochum, sein Amt als Präsident des AECOS angetreten.

Prof. Dr. B. Dick

Prof. Dr. med. Burkhard Dick, Augenchirurg, Bochum

Auf dieser Tagung, der ausschließlich operierende Augenärzte beiwohnten, die zu den Pionieren und Meinungsbildnern des Faches gehören und von denen zahlreiche neue Operationsmethoden entwickelt haben, erklärte Dick, dass die operative Augenheilkunde einen immens hohen Stand erreicht habe - sowohl was die Erfolgsaussichten vieler Operationen als auch die Sicherheit der Eingriffe anbelangt. Bei den Vorträgen der Experten wurde deutlich, dass die häufigste Augenoperation, die Entfernung der getrübten Linse - Katarakt oder "Grauer Star" - heute mit einer vor wenigen Jahren noch nicht für möglich gehaltenen Präzision erfolgt. Bei dem Eingriff (Linsenaustausch) wird die natürliche Linse entfernt und durch eine Intraokularlinse (IOL) ersetzt, die so präzise berechnet werden kann, dass oft auch lebenslange Brillenträger nach dem Eingriff ein perfektes und "brillefreies" Sehen haben - auf jeden Fall für die Ferne und, wenn sich der Patient für eine sogenannte Multifokallinse entscheidet - auch für Lesen und Computerarbeit. Als besonders präzise gilt die Operation, wenn bestimmte Schritte mit dem Femtosekundenlaser durchgeführt werden; eine Methode, bei der die Bochumer Augenklinik eines der weltweit führenden Zentren ist. Auf dem AECOS-Kongress wurden erste Ergebnisse mit neuartigen Intraokularlinsen (Augenlinsen) präsentiert, die an der Bochumer Universitätsaugenklinik als einem der ersten Zentren weltweit implantiert worden sind. Eine solche Innovation ist die Kunstlinse mit der Bezeichnung IC-8, die mit einem ringförmigen dunklen Segment ausgestattet ist, die wie eine Lochblende wirkt: dadurch wird die Tiefenschärfe vergrößert und dem Patienten wird eine gute Lesefähigkeit (wieder) gegeben, ohne dass in den meisten Situationen das Tragen einer Lesebrille notwendig wird. Die IC-8 wird nur in ein Auge implantiert, das andere erhält eine Standard-IOL. Die 31 Bochumer Patienten, über die auf der AECOS-Tagung berichtet wurde, hatten ausnahmslos eine sehr gute Sehschärfe für die Ferne und konnten unter normalen Lichtverhältnisse ohne Lesebrille brillenfrei lesen. 

Eine andere neuartige Operationsmethode, bei der die Bochumer Klinik zu den Pionieren gehört, ist eine Weiterentwicklung des kornealen Crosslinkings, einer Behandlung der Hornhaut mit Riboflavin (Vitamin B 2) und UV-Licht, die vor allem bei der Hornhauterkrankung Keratokonus zum Einsatz kommt. Die neue Variante (Epi on) indes verändert unter Zugabe von konzentriertem Sauerstoff die Brechungseigen¬schaften der Hornhaut so, dass leichte Kurzsichtigkeiten mit der "PiXL" genannten Methode erfolgreich korrigiert werden können. Die sieben bislang in Bochum behandelten Patienten erreichten postoperativ, wie Oberarzt Dr. Matthias Elling berichtete, eine volle Sehschärfe ohne Brille und hatten fast alle "Null Dioptrien" - die Kurzsichtigkeit war praktisch aufgehoben worden.

Unter Dicks Präsidentschaft werden sich amerikanische und europäische Augenchirurgen im Juni 2018 in Berlin treffen. Dann wird erneut deutlich werden, dass AECOS nicht nur in der klinischen Forschung aktiv ist und sich mit gesundheitspolitischem Engagement für die Belange von Patienten und Leistungsanbietern in der Medizin einsetzt, sondern auch humanitäre Projekte verfolgt. So kämpft die amerikanisch-europäische Fachgesellschaft dafür, die augenmedizinische Versorgung in Regionen der Erde zu verbessern, die zur Zeit weit weniger glücklich sind als Europäer. "Im Süden der mittelamerikanischen Staaten Honduras und El Salvador", erklärt Burkhard Dick, "gibt es recht dicht bevölkerte Regionen, in denen ein Augenarzt auf rund eine Million Menschen kommt - zum Vergleich: in Deutschland kümmert sich ein Ophthalmologe statistisch um etwa 15.000 Bürgerinnen und Bürger. AECOS sorgt dafür, dass neue Augenärzte für diese unterversorgte Region ausgebildet werden - die junge Kollegin Dr. Ana Robles aus Santa Rosa de Coplan in Honduras befindet sich zur Facharztweiterbildung bei uns in der Universitätsaugenklinik Bochum. Und wir stellen sicher, dass den Kollegen in den sich entwickelnden Nationen Untersuchungsräume, Operationssäle, Geräte, Instrumente zur Verfügung gestellt werden, damit auch dort den Patienten der hohe Stand der modernen Augenheilkunde zugute kommt."  

Grauer Star lasern - Augenklinik Bochum