medinfo-siegel Augenarzt Ranking Linsenaustausch im Universitätsklinikum

Altersweitsichtigkeit

Altersweitsichtigkeit erfolgreich behandeln: Auszeichnung für Bochumer Augenchirurg

Altersweitsichtigkeit

Acufocus Innovator & Excellency Award, USA 2014, Prof. Dr. med. Burkhard Dick, Augenchirurg

Irgendwann trifft es jeden: Um die Mitte des 5. Lebensjahrzehntes, also in den "besten Jahren", beginnt die Altersweitsichtigkeit, wird das Lesen von Kleingedrucktem schwierig, werden - wie es humorig heißt - die Arme zu kurz. Die Folge: um das 45. Lebensjahr benötigen auch Menschen mit bislang guten Augen eine Brille, eine Lesebrille. Es gibt aber auch operative Methoden. Für seine innovativen Arbeiten auf diesem Gebiet ist dem Direktor der Universitätsaugenklinik Bochum, Prof. Dr. Burkhard Dick, jetzt eine international renommierte Auszeichnung verliehen worden.

Professor Burkhard Dick, der seit 2006 die Augenklinik am Universitätsklinikum/Knappschaftskrankenhaus Bochum leitet, wurde jetzt am Rande eines großen Ophthalmologenkongresses in den USA der Acufocus Innovator & Excellency Award verliehen. Damit wird Dicks Pionierarbeit auf einem in der Öffentlichkeit wenig bekannten, sich momentan aber dynamisch entwickelnden Feld der Augenheilkunde gewürdigt: der operativen Therapie der Presbyopie, der Altersweitsichtigkeit. Der Bedarf an einer solchen Methode ist hoch: viele im Berufsleben stehende und/oder sportlich und gesellschaftliche  hochaktive "Mittvierziger" sowie ältere Jahrgänge möchten unabhängig von Lesebrille oder Bifokalbrille sein - und auch Kontaktlinsen gegen die Alterssichtigkeit sind nicht jedermanns/jederfrau Sache.

Eine Alternative zu diesen Sehhilfen sind Eingriffe, bei denen die Tiefenschärfe des altersweitsichtigen Auges mit einem seit langem bekannten physikalischen Prinzip unterstützt wird: dem der kleinen Blende (small aperture) - ein Prinzip, das Fotografen vertraut war in einem Zeitalter, als die Belichtungswerte noch von Hand eingestellt werden mussten, lange vor der Erfindung heutiger vollautomatischer Digitalkameras. Der Effekt einer solchen kleinen Blende bedeutet, dass in der Nähe schärfer gesehen wird als zuvor und dass das Sehen in die Ferne, auf größere Distanzen, von dem Hilfsmittel unbeeinträchtigt bleibt.

Dick und andere Pioniere der chirurgischen Therapie der Presbyopie setzen eine solche "kleine Blende" an zwei unterschiedlichen Segmenten des Auges ein. Eine Option ist ein sogenanntes Kamra-Inlay, ein hauchdünnes Scheibchen aus Kunststoff, welches in eine feine, mit dem Femtosekundenlaser (unter lokaler Anästhesie) in die Hornhaut geschnittene Tasche eingelegt wird. Das Inlay ist nur etwa 10 Mikrometer dick und hat eine Öffnung (=eine Blende) von 1,6 Millimeter. Die andere Methode kommt der an der Bochumer Klinik gepflegten Spezialität entgegen: die Augenklinik ist ein Hochleistungszentrum in der Behandlung des Grauen Stars (Katarakt), wofür in vielen Fällen ebenfalls die moderne Technologie des Femtosekundenlasers herangezogen wird. Auch die bei einer solchen Operation ins Auge implantierte Intraokularlinse kann mit einer kleinen Blendöffnung ausgestattet werden. Diese Option kommt vor allem bei Patienten in Frage, die zur Altersweitsichtigkeit auch noch Ansätze von Grauem Star, also von altersabhängiger Linsentrübung, haben. Wie andere Augenchirurgen sieht auch Professor Dick ein beträchtliches Potential für solche operativen Methoden bei Alterssichtigkeit: "Der Anteil älterer Menschen wird bei uns angesichts des demografischen Wandels immer größer. Erfreulicherweise sind diese Mitbürger im reiferen Lebensalter aktiver denn je - und wollen oft ihr Leben, ob im Beruf oder in der Freizeit, unabhängig von einer Brille führen".