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Australien: Augenärzte ehren Kollegen aus der fernen Augenklinik Bochum

Prof. Dr. Burkhard Dick, Direktor der Universitäts-Augenklinik erhielt in Australien den Gold Medal Award der Fachgesellschaft AUSCRS.

Prof. Dr. B. Dick

Gold Medal Award, Augenarzt-Fachgesellschaft: AUSCRS, Australien, 31. Juli - 2. August 2014

In unserer globalisierten Welt gibt es - glücklicherweise - keine Grenzen für die Ausbreitung von Wissen und von Fortschritt, vor allem in der Medizin. Pionierleistungen, die auf einem Kontinent erbracht werden, kommen oft schnell auf einem anderen Erdteil zum Nutzen der Patienten zur Anwendung. Einen solchen Pionier haben jetzt australische Augenärzte geehrt: Prof. Dr. Burkhard Dick, Direktor der Universitäts-Augenklinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum, erhielt in Port Douglas, Australien den Gold Medal Award der Fachgesellschaft AUSCRS.

Die Reise zu der Deutschland fast exakt entgegen gesetzten Region der Erde, nach "Down Under", nahm der Bochumer Klinikchef gern auf sich, weil der Anlaß ein Beweis dafür ist, dass klinische Forschung und Verbesserungen der Patientenversorgung aus Bochum im fernen Australien und in Neuseeland nicht nur bekannt sind, sondern auch in hohem Maße anerkannt - und genutzt - werden. Beim Jahrestreffen der Australasian Society for Cataract and Refractive Surgery (AUSCRS) in der Provinz Queensland verlieh die Gesellschaft - die wissenschaftliche Vereinigung der Katarakt- und Refraktivchirurgen des Fünften Kontinents - Burkhard Dick den Gold Medal Award, eine der höchsten Auszeichnungen in dieser medizinischen Disziplin, welche für einige der am häufigsten vorgenommenen chirurgischen Eingriffe verantwortlich ist: die Entfernung der meist altersbedingt getrübten Linse (Katarakt) des Auges und operative Veränderungen der Brechkraft des Sehorgans.

Dick wurde für seine Verdienste um die Erforschung und Verbreitung einer neuen Methode in der Kataraktchirurgie gewürdigt, die immer mehr Patienten mit hoher Erfolgsrate zugute kommt: den Einsatz des Femtosekundenlasers.  Dick ist ein Pionier dieses Lasers, der mit weit höherer Genauigkeit als manuell möglich die extrem kleinen Schnitte bei diesem diffizilen Eingriff ausführt.  Unter Dicks Leitung ist die Universitäts-Augenklinik Bochum ein international anerkanntes Schwerpunktzentrum für diese Methode geworden - unlängst erst wurde dort der 3000. Patient mit dem Femtosekundenlaser operiert.
In seiner Festansprache wies Dick in Port Douglas darauf hin, dass in den erst rund 5 Jahren, in denen der Femtosekundenlaser in der Kataraktchirurgie eingesetzt wird, ein enormer Wandel statt gefunden hat. Zunächst von Kritikern als eine Methode für eine begrenzte Klientel - Patienten mit höchsten Ansprüchen an die postoperative Sehschärfe - mit Misstrauen aufgenommen, konnte in der Bochumer Klinik inzwischen mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden, dass gerade sehr schwierige Fälle - also auch Patienten mit begleitenden oder problematischen Befunden - von der Operation profitieren können. Hierzu gehören unter anderen Menschen mit sehr fortgeschrittener (maturer, intumeszenter) Katarakt und vor allem Patienten mit Hornhautschäden. Letzteren kommt der durch den Laser mögliche Verzicht auf die früher bei Operationen des Grauen Stars eingesetzte Ultraschallenergie zugute. In Bochum wurde die Methode inzwischen auch bei Kindern mit angeborener Linsentrübung und auch erstmals bei einem Patienten mit einem Grauen Star als Folge einer Augenverletzung eingesetzt. Dick sprach in Port Douglas von einem All-comers approach: "Mit dem Femtosekundenlaser können wir auch wirklich schwer (augen-)kranken Menschen wieder zu einem guten Sehvermögen verhelfen. Und dabei stehen wir erst am Anfang in der Erforschung der Möglichkeiten mit dieser Technologie."

Weitere Informationen: www.grauerstarlasern.de