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Nebenwirkungen

Augendrucksenkung als positive Nebenwirkung der Grauen Star-Op

Nebenwirkungen Grauer Star

Grauer Star - erfreuliche "Nebenwirkung" der Operation: Der Augendruck sinkt - gerade auch nach Laseroperation

Ältere Menschen haben nicht selten zwei der häufigsten Augenerkrankungen gleichzeitig: den Grauen Star (Katarakt) und das Glaukom, das im Volksmund auch als "Grüner Star" bezeichnet wird. Beim Glaukom ist meist ein zu hoher Augeninnendruck (Intraokulardruck, IOD) die Ursache des Leidens, bei dem Sinneszellen in der Netzhaut absterben.

Als eine positive und bei zahlreichen Patienten durchaus therapeutisch erwünschte "Nebenwirkung" einer Kataraktoperation ist wiederholt eine leichte Senkung des Intraokulardrucks nach diesem Eingriff beschrieben worden - welche in manchen Fällen ausreichend sein mag, um bei Menschen, die an Glaukom leiden, die Anzahl der anzuwendenden (drucksenkenden) Augentropfen zu reduzieren. Diese in der Literatur gut belegte drucksenkende Wirkung des Eingriffs, die möglicherweise durch eine nach Entfernung der natürlichen (dicken) Linse und ihrem Ersatz durch eine vergleichsweise dünne Intraokularlinse (IOL) stattfindende Verbesserung der Abflussverhältnisse bedingt ist, wurde bei der klassischen Technik der Kataraktoperation, der Phakoemulsifikation, dokumentiert.

Nun hat erstmals eine Studiengruppe überprüft, ob dieser Effekt auch nach einer Kataraktoperation mit dem Femtosekundenlaser eintritt. Die US-Augenärzte führten bei 504 mit Laser operierten Augen über bis zu 3 Jahren eine Dokumentation des Druckverlaufs durch. Bei 278 Augen lag ein Glaukom oder ein Glaukomverdacht vor, die übrigen 226 Augen bildeten eine Kontrollgruppe. Ab einem Monat postoperativ zeigten die glaukomkranken und glaukomverdächtigen Augen durchgängig eine ausgeprägtere Druckreduktion als jene in der Kontrollgruppe: im Schnitt um 1,26 mm Hg und in der Kontrollgruppe um 0,94 mm Hg. Dieser Effekt hielt über die gesamte Beobachtungszeit an. Nach drei Jahren war er bei den noch zur Nachkontrolle erscheinenden Patienten (n=29) um 1,73 mm Hg gegenüber dem Ausgangswert gesenkt, in der Kontrollgruppe (n=52) war fast mit dem Ausgangswert (+ 0,08 mm Hg) identisch.

Neben dieser moderaten Drucksenkung bietet die Operation des Grauen Stars den Patienten, die auch an Glaukom leiden, einen weiteren Vorzug: ohne großen Mehraufwand kann während der Laseroperation des Grauen Stars ein kleiner, den Abfluss des Kammerwassers verbessernder und damit den Druck senkender Stent eingesetzt werden - was heute als minimal-invasive Glaukomchirurgie (MIGS) bezeichnet wird. So können nicht selten zwei Augenkrankheiten in "einer Sitzung" erfolgreich behandelt werden.

Shah AA et al. (2018): Long-term intraocular pressure changes after femtosecond laser–assisted
cataract surgery in healthy eyes and glaucomatous eyes. J Cataract Refract Surg, online publiziert am 21. November.

veröffentlicht: 18.01.2019
Grauer Star lasern - Augenklinik Bochum