medinfo-siegel Augenarzt Ranking Linsenaustausch im Universitätsklinikum

Waring Medal

Journal of Refractive Surgery (JRS) verleiht Waring Medal an Prof. Burkhard Dick in New York, USA

New York: Amerikanische Augenchirurgen ehren ihren Bochumer Kollege, 21.11.2014

Waring Medal

Prof. Dr. med. Burkhard Dick, Augenchirurg, Bochum



Die Operation des Grauen Stars, der altersbedingt getrübten Linse im Auge, ist die häufigste chirurgische Intervention in der modernen Medizin; der Eingriff wird allein in Deutschland rund 700.000mal im Jahr vorgenommen. Unter der Leitung von Professor Dr. Burkhard Dick ist die Augenklinik des Universitätsklinikums/Knappschaftskrankenhaus Bochum zu einem Schwerpunktzentrum in der Anwendung einer neuen Operationsmethode geworden, bei der ein Femtosekundenlaser Schritte übernimmt, die anderenorts der Operateur per Hand macht. In New York ist Professor Dick jetzt eine der höchsten Ehrungen der amerikanischen Augenheilkunde für seine Verdienste um die Erforschung der Methode und die Verbreitung der Ergebnisse in der Patientenversorgung mit dem Femtosekundenlaser verliehen worden.

Medizinischer Fortschritt kann nur dann allen Patienten zugute kommen, wenn sich das Wissen um neue Behandlungsmöglichkeiten, um bessere Therapien von den Pionieren, die diese Methoden als erste anwenden, zu den Fachkolleginnen und Fachkollegen verbreiten - als wissenschaftlich exakt dargebotener und kritisch diskutierter Informationsfluss. Diese Aufgabe der Weiterbildung - für Ärzte jedweder Fachrichtung ein dauerhafter Aspekt ihrer Berufsausübung - übernehmen vor allem medizinische Fachzeitschriften, wobei es keine Rolle spielt, ob der Arzt seine Informationen aus einem gedruckten Journal (der klassischen Erscheinungsweise) oder aus einer Online-Ausgabe bezieht. Hochrenommierte Fachzeitschriften ("peer-reviewed journals" in der wissenschaftlichen Weltsprache Englisch) lassen heute Mediziner in jedem Teil der Welt an dem Wissen und Können teilhaben, die in den wegweisenden klinischen Zentren den Patienten früher oder in breiterem Maße zugute kommen als  anderenorts - gleich, ob diese Wegbereiter des Fortschritts in Kalifornien, in Australien oder im Ruhrgebiet stehen.

Auf dem Gebiet der operativen Augenheilkunde mit dem Schwerpunkt der Interventionen an den vorderen Augenabschnitten ist das in den USA erscheinende Journal of Refractive Surgery (JRS) eine der wichtigsten Quellen von Information und Diskussion unter den Experten. Das Journal verleiht alljährlich die nach seinem langjährigen Chefredakteur George O. Waring III. benannte Waring Medal an einen Augenspezialisten, der mit seinen wissenschaftlich-klinischen Beiträgen sich in ganz besonderem Maße um die Publikation medizinischer Innovationen verdient gemacht hat. Für das Jahr 2014 wurde Burkhard Dick die Waring Medal verliehen. In seinen jüngsten Beiträgen hatte Burkhard Dick, so das amerikanische Preiskommitee, wertvolle Erkenntnisse über den Einsatz des Femtosekundenlasers geliefert, die selbst Experten bei Einführung der Methode vor rund 5 Jahren kaum erwartet hatten. So hatte Dick im JRS unter anderem beschrieben, wie sicher und erfolgreich sich der Femtosekundenlaser auch bei Augen mit sehr kleiner Pupille - für Augenchirurgen oft eine Herausforderung - einsetzten lässt. Dick zeigte ferner in mehreren Arbeiten langfristig erfolgversprechende Wege auf, mit der potentielle Komplikationen nach Operationen des Grauen Stars noch weiter verringert werden können. So haben Dick und seine Bochumer Mitarbeiter einen bislang wenig angewandten zusätzlichen Schritt während der Operation an der Hinterkapsel der Linse, die sogenannte hintere Kapsulotomie, als eine Methode weiter entwickelt, mit der die Bildung eines Nachstars (einer Trübung Monte und Jahre nach der Kataraktoperation, die einen zusätzlichen Lasereingriff erfordert) wahrscheinlich in den meisten Fällen verhindert werden kann.

Bei der Verleihung der Medaille in New York anlässlich eines Kongresses von Augenärzten und Wissenschaftspublizisten wies Dick in seinen verlesenen Dankesworten darauf hin, dass mit dem Femtosekundenlaser nicht nur ein wesentlich präziseres Vorgehen als bei der herkömmlichen Kataraktoperation möglich ist, sondern auch Patienten mit schwierigen Ausgangssituationen wie weit fortgeschrittener Linsentrübung oder mit zusätzlichen Trübungen an der Hornhaut erfolgreich operiert werden können. In Bochum haben sich inzwischen fast 4.000 Patienten einer Kataraktoperation mit dem Femtosekundenlaser unterzogen - eine Zahl, die nur zwei oder drei andere Zentren weltweit aufweisen können.