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Sehkraft erhalten

Die Sehkraft zu erhalten und ggf. zu verbessern ist die primäre Aufgabe der Augenheilkunde

Die Augen sind ganz zweifelsohne das wichtigste Sinnesorgan des Menschen, die SehkraftSehkraft erhalten und verbessern zu erhalten und ggf. zu verbessern ist die primäre Aufgabe der Augenheilkunde. Eine gute Sehkraft hängt von vielen Faktoren ab: dem Vorliegen von Emmetropie - was bedeutet: keine Fehlsichtigkeiten - und einem guten Funktionieren der sechs Muskeln des Auges (wenn diese nicht koordiniert werden, kann es zu Schielen und Doppelbildwahrnehmung kommen), ferner vom Ausbleiben von Augenerkrankungen, seien diese schwerwiegend und chronisch wie eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD) oder lästig, wenn auch nicht dramatisch wie ein Gerstenkorn oder eine Bindehautentzündung.

Was wir unter Sehkraft verstehen, setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Die Fähigkeit Farben zu sehen gehört ebenso dazu wie eine gute Nachtsehfähigkeit und eine zuverlässige Kontrastwahrnehmung. Natürlich ist die Sehschärfe ein elementarer Bestandteil der Sehkraft. Augenärzte bezeichnen sie auch als Visus - ist dieser 1,0, entspricht dies einer 100 %igen Sehschärfe, ein Visus von 0,3 beispielsweise heißt, dass der Patient nur 30 % dessen scharf erkennt, was als normal angesehen wird (es gibt auch Menschen, deren Sehkraft auf einem Visus von mehr als 1,0 basiert - und mitunter wird ein solch überdurchschnittliches Sehvermögen auch nach einer Kataraktoperation erreicht).

Der sicherlich häufigste Grund für eine nicht zufriedenstellende Sehkraft sind Fehlsichtigkeiten. Die wichtigste dürfte die Kurzsichtigkeit sein, die in den letzten Jahrzehnten - vor allem unter jungen Menschen - zugenommen hat; in einigen ostasiatischen Ländern sind heute bis zu 90 % der Teenager kurzsichtig und damit von höchst eingeschränkter Sehkraft. Als eine Ursache wird exzessive Naharbeit (Lesen, Computer, Smart Phone) diskutiert. Ein Mangel an Sehkraft aufgrund von Fehlsichtigkeiten steht einer vollen Sehschäfe nicht im Wege: mit einer adäquaten Brillen- oder Kontaktlinsenkorrektur können die allermeisten Kurz- oder Weitsichtigen auf einen "Visus 1,0" (oder zumindest von fast 100 %) kommen. Viele - gerade jüngere - Kurzsichtige und auch zahlreiche Weitsichtige möchten indes ein Leben unabhängig von solchen Sehhilfen führen. Die moderne Refraktive Chirurgie - mit der eine Fehlsichtigkeit durch einen Eingriff an der Hornhaut oder der Linse behoben werden kann - bietet zahlreiche Optionen an. Die wohl bekannteste ist die Lasik, bei der von einem Laser - oft ein Femtosekundenlaser, wie er so ähnlich auch in der Kataraktchirurgie eingesetzt wird - die Kurvatur der Hornhaut so verändert wird, dass der Patient, der sich für diesen in aller Regel selbst zu zahlenden Eingriff entscheidet, postoperativ ohne weitere Korrektur eine volle Sehkraft genießen kann.

Die Sehkraft kann indes auch eingeschränkt sein, obwohl die Sehschärfe voll, hundertprozentig ist. Denn Sehkraft bedeutet nicht nur, im Zentrum unserer Wahrnehmung scharf zu sehen, sondern auch die Peripherie erkennen zu können. Das erfordert eine normale Gesichtsfeldwahrnehmung, die beim Menschen zwar nicht so ausgeprägt ist wie bei einem Chamäleon, uns aber immerhin beim Geradeausblick Seheindrücke in der Peripherie über fast 180 Grad erkennen lässt. Eine wichtige Erkrankung, die mit Ausfällen im Gesichtsfeld einher geht, ist das Glaukom (Grüner Star). Die Betroffenen merken im Anfangsstadium und oft auch über Jahre nicht, dass in ihrer Gesichtsfeldwahrnehmung Defekte vorliegen - sie glauben, im Besitz einer vollen Sehkraft zu sein, bis bei einer Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) diese Ausfälle entdeckt werden. Noch gravierender sind Gesichtsfeldausfälle bei bestimmten, auf die Sehbahn drückenden Tumoren - hier kann eine ganze Gesichtsfeldhälfte ausfallen und die Sehkraft einen oft nicht mehr reparablen Schaden nehmen.

Die Sehkraft ist etwas extrem Schützenswertes: deshalb sind regelmäßige augenärztliche Untersuchungen - vor allem nach Vollendung des 40. Lebensjahres - ratsam, um etwaigen Bedrohungen dieses wichtigen Sinnesorgans schnellstmöglich auf die Spur zu kommen. Und um sie mit den vielfältigen Möglichkeiten der modernen Augenmedizin behandeln zu können.