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Sehstörung

Eine Sehstörung kann banale als auch behandlungsbedürftige Ursachen haben 

Für SehstörungenBanale Sehstörung gibt es vielfältige Ursachen - sie können im Auge selbst zu finden sein oder in jenem zentralen Organ, in dem wir unsere Seheindrücke verarbeiten: dem Gehirn. Eine Sehstörung kann banal und vorübergehend sein, sie kann indes auch ernst und behandlungsbedürftig sein. Bei Sehstörungen, die länger als nur wenige Minuten - eine solche eher harmlose Erscheinung kann eine Augenmigräne sein, unter der vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck gelegentlich leiden - dauern, sollte unbedingt ein Augenarzt oder eine Augenärztin aufgesucht werden.

Sehstörungen können langsam und schleichend oder plötzlich, hochakut auftreten. Eine erst allmählich einsetzende Sehstörung bemerkt der Betroffene manchmal gar nicht - so lange ein Auge (das "gute Auge") voll funktionsfähig ist, macht sich ein Ausfall auf einem Auge in der Tat kaum bemerkbar. Manche Sehstörungen machen außer dem Nachlassen der Sehkraft weitere Symptome - andere sind gänzlich unauffällig. Und auch in punkto Prognose gibt es höchst unterschiedliche Arten von Sehstörungen: jene, die der Augenarzt gut behandeln kann, und jene, die leider irrversibel sind.

Ein Musterbeispiel für eine Sehstörung, die einerseits sehr langsam und unauffällig beginnt und andererseits hervorragend therapierbar ist, ist natürlich der Hauptgegenstand dieser Website: der Graue Star (die Katarakt). Eine solche meist altersbedingte Linsentrübung kann mit einem Eingriff, der heute der mit Abstand häufigste der modernen Medizin ist, behoben werden - an einigen hochspezialisierten Zentren wie der Universitätsaugenklinik/Knappschaftskrankenhaus Bochum auf die sanfte und hochpräzise Art und Weise - mit einem Laser.

Leider ist nicht jede Sehverschlechterung so gut einer Therapie zugänglich. Denn oft ist nicht die Linse der kausale Sitz der Sehstörung, sondern die Netzhaut, jene für die optische Wahrnehmung entscheidende Schicht von Nervenfasern und Sinneszellen an den hinteren Augenabschnitten. Eine typische akut einsetzende netzhautbedingte Ursache von Sehstörungen ist die, wie es in der Fachsprache heißt, Amotio retinae - die Netzhautablösung. Wenn sich diese Schicht von ihrer Unterlage, der Aderhaut, abhebt, ist ein operativer Eingriff unvermeidbar. Ein typisches Symptom ist ein Verlust der Sehkraft, der oft mit Blitzen oder anderen optischen Wahrnehmungen wie einem dunklen Schleier einher geht. Die Netzhautablösung ist eine ernste Angelegenheit - aber mit modernen operativen Methoden oft so gut zu behandeln, dass der Patient nach dem Eingriff und einer längeren Rehabilitationszeit wieder eine genau so gute Sehschärfe erreicht wie vor Beginn der Sehstörungen.

Andere Netzhautleiden, die Ursache von Sehstörungen sein können, sind von eher chronischer Natur. An Diabetes mellitus leidende Menschen können Manifestationen dieser Stoffwechselkrankheit an der Netzhaut aufweisen, die sogenannte Diabetische Retinopathie. In vielen Fällen hilft eine Laserbehandlung der Netzhaut - die allerdings anderer Art ist und mit einer ganz anderen Lasertechnologie erfolgt als jene, die beim Augenlasern des Grauen Stars zur Anwendung kommt. In schweren Fällen von diabetischer Netzhautbeteiligung wird manchmal ein größerer Eingriff, die an anderer Stelle auf dieser Website vorgestellte Vitrektomie, notwendig.

Bei älteren Mitbürgern gehen Sehstörungen sehr häufig auf ein Leiden zurück, dass vor einhundert Jahren noch praktisch unbekannt war - weil damals weit weniger Menschen das Alter erreichten, in dem sich die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) manifestiert. Eine Sehstörung aufgrund einer AMD ist aus einem Grund ganz besonders unangenehm: sie betrifft ausschließlich die Stelle des Schärfsten Sehens. Die Betroffenen haben große Schwierigkeiten zu lesen und im Spätstadium gar, Gesichter zu erkennen - das periphere Sehvermögen hingegen bleibt bis zum Lebensende erhalten. Auch gegen die AMD gibt es inzwischen eine Therapie in Form von in den Glaskörper des Auges injizierten Medikamenten - eine Therapie, die indes nur bei einer Variante der Krankheit hilft, der sogenannten feuchten oder exsudativen AMD.

Es sind überwiegend ältere Menschen, die einer ganz anderen Ursache für eine plötzlich einsetzenden Sehstörung zum Opfer fallen: dem Schlaganfall. Bei einer akuten Minderdurchblutung bestimmter Hirnareale - genau darum handelt es sich bei einem Apoplex - kann auch das Sehzentrum betroffen werden und die optische Wahrnehmung eingeschränkt werden, obwohl die Augen an sich unauffällig, vielleicht gar kerngesund sind. Der Schlaganfall ist das klassische Beispiel für eine zentral bedingte Sehstörung. Wie auch bei anderen Folgen eines Apoplex ist die Therapie schwierig und langwierig. Viel, viel besser als die Behandlung eines Schlaganfall ist die Prophylaxe dieses unerfreulichen Ereignisses: durch gesunde Lebensführung, körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung und den Verzicht auf Gifte, wie sie vor allem in Zigaretten enthalten sind. Langfristige Vorbeugung tut not - auch dem Auge zuliebe!