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Trockene Augen

Trockene Augen haben sich als Volkskrankheit entwickelt und gehören in die Behandlung eines Augenarztes

Unser Auge kann nur funktionieren, wenn seine das Bild unserer Umwelt aufnehmenden Schichten klar und transparent sind - wie Linse, die bei altersbedingten Trübung nach Augenlasern durch eine neue und glasklare Kunstlinse ersetzt wird, aber auch wie die Hornhaut, die äußerste anatomische Struktur des Auges. Damit die Hornhaut klar bleibt, muss sie feucht gehalten werden. Diese Aufnahme übernimmt der Tränenfilm. Der Tränenfilm bedeckt die Hornhaut ebenso wie die Bindehaut und wird mit dem Lidschlag gleichmäßig über der Augenoberfläche verteilt. Ausserdem trägt der Tränenfilm zur Ernährung der Zellen in Horn- und Bindehaut bei.

Unser Tränenfilm wird kontinuierlich produziert. Dafür sorgen zum einen die Tränendrüse, zum anderen die Meibom-Drüsen in den Augenlidern und die Becherzellen in der Bindehaut des Auges. Normalerweise sollten sich Tränenproduktion und der Abfluss der Tränenflüssigkeit exakt die Waage halten. Diese Abfluss erfolgt über die kleinen Tränenpünktchen an der inneren (nasalen) Lidkante, durch welche die Tränenflüssigkeit in den Tränenkanal und über diesen in Richtung Nasenschleimhaut abgeleitet wird. Der Tränenfilm ist aus verschiedenen Komponenten (wässrigen, fettigen) zusammen gesetzt, die im richtigen Verhältnis zu einander vorliegen müssen, damit die Tränenflüssigkeit ihre Aufgaben vollführen kann. Zu diesen gehört neben dem Feuchthalten der Hornhaut auch der Schutz vor Infektionen: die Tränenflüssigkeit enthält keimtötende Substanzen, so dass sich Erreger möglichst gar nicht erst auf der Oberfläche des Auges festsetzen und vermehren können.

Die diffizile Zusammensetzung des Tränenfilms kann indes ebenso gestört sein wie die Produktion der einzelnen Bestandteile der Tränenflüssigkeit. In diesem Fall liegt das Syndrom des trockenen Auges vor, das viel mehr als eine reine Befindlichkeitsstörung ist. Augenärzte sehen heute im trockenen Auge eine Erkrankung, die ernst zu nehmen ist und weitreichende Konsequenzen haben kann, wenn sie nicht adäquat behandelt wird. Eine wichtige Ursache für trockene AugenGegen trockene Augen helfen vorübergehend Augentropfen ist ein in Zusammenhang mit allen möglichen Beschwerden oft gehörter Faktor: das Alter. In reiferen Jahren nimmt die Tränenproduktion ab. Ferner kann ein trockenes Auge auf dem Boden eines Allgemeinleidens entstehen. Besonders gefährdet, trockene Augen zu bekommen, sind Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen, mit rheumatischen Leiden, mit Diabetes mellitus - um nur einige Krankheiten beispielhaft zu nennen. Ferner gibt es zahlreiche Medikamente wie Antihistaminika und Betablocker, die ein trockenes Auge auslösen oder verschlimmern können. Vielfach sind es aber unsere Lebensumstände, welche die Augen zu trocken werden lassen. Menschen, die sich in klimatisierten Großraumbüros und anderen Räumlichkeiten mit zu trockener Luft - man spricht dann vom einem "Office Eye-Syndrom" -aufhalten, bekommen häufig ein trockenes Auge. Das gleiche gilt für jene, die einer besonderen Ansammlung von Giftstoffen in der Luft ausgesetzt sind: Raucher und jene, die von ihnen zum Passivrauchen gezwungen werden.

Das trockene Auge ist heute weit verbreitet und wird gelegentlich als Volkskrankheit bezeichnet. Es kann vielfältige Folgen haben. Wer es gewohnt ist, Kontaktlinsen zu tragen, wird bei einem Mangel an Tränenfilm kaum noch auf die kleinen Sehhilfen zurückgreifen können, da diese regelrecht auf der Tränenflüssigkeit schwimmen müssen. Ein trockenes Auge zu haben, bedeutet eine Gefährdung der Hornhaut. Diese kann kleine Stippungen als Folge der Austrocknung bekommen, was dem Betroffenen das Gefühl bereitet, als habe er Sandkörner in den Augen. Im schlimmsten Fall können sich auf einer verletzlichen Hornhaut Infektionserreger festsetzen und zu einem Hornhautgeschwür, einem Ulkus, führen.

Ein trockenes Auge gehört in die Behandlung durch einen Augenarzt. Dieser Spezialist wird feststellen, ob die Ursache des trockenen Auges in einem Mangel an Tränenflüssigkeit oder an einer gestörten Zusammensetzung liegt. Wird beispielsweise eine Fehlfunktion der Meibom-Drüsen in den Lidern festgestellt, kann man mit Wärmekompressen das angestaute Sekret verflüssigen und die Verstopfung der Ausführungsgänge dieser Drüsen beheben. In den meisten Fällen indes wird der Augenarzt seinem Patienten die Anwendung von künstlichen Tränen empfehlen. Hierbei handelt es sich um Augentropfen, die in ihrer Zusammensetzung den natürlichen Tränen nahe kommen. Die Therapie des trockenes Auges mit solchen Tränenersatzmitteln (künstliche Tränen) ist wie das trockene Auge selbst - chronisch. Patienten mit Störungen des Tränenfilms werden ihre künstlichen Tränen immer dabei haben und bei Bedarf auf diese zurück greifen. Besonders zu empfehlen sind Tränenersatzmittel ohne Konservierungsstoffe - letztere, die in vielen herkömmlichen Augentropfen enthalten sind, können die Symptome eines Mangels an Tränenfilm häufig noch verschlimmern.