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Visus

Der Visus beschreibt die Sehschärfe der Augen eines Individuums

Definition Visus

Der Begriff des VisusVisus - Bestimmung durch Sehtest beschreibt die Sehschärfe oder auch die Sehstärke eines Individuums. Der Visus bestimmt damit unter anderem, wie deutlich Konturen und Muster in der Umwelt erkannt werden können. In der Augenheilkunde ist die Verbesserung des Visus eine Größe, die das Ziel vieler therapeutischer Maßnahmen ist.
Die Ausprägung des Visus hängt beim Menschen unter anderem von dessen Lebensalter ab: Während der durchschnittliche Visuswert bei einer 20jährigen Person zwischen 1,0 und 1,6 liegt, beträgt der durchschnittliche Wert bei einer 80jährigen Person eine Höhe von 0,6 bis 1,0. In Deutschland definiert das Sozialrecht einen Visus von 1,0 als nicht eingeschränkt.

Einflussfaktoren auf den Visus

Neben dem Lebensalter eines Menschen unterliegt der Visus weiteren Einflussfaktoren. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise das Auflösungsvermögen des Augapfels und die Intaktheit der sogenannten brechenden Medien des Auges (zu diesen Medien zählen unter anderem die Linse und die Hornhaut). Von der Intaktheit dieser Medien hängt schließlich auch die Qualität einer Abbildung auf der Netzhaut ab. Außerdem wird der Visus bestimmt von verschiedenen optischen Eigenschaften (wie beispielsweise Farbe und Helligkeit) und den Formen, die ein betrachtetes Objekt aufweist. Denn bei bestimmten Formen wie unter anderem rechten Winkeln trägt das zentrale Nervensystem zu einer höheren optischen Auflösung bei.
 

Mathematische Bestimmung des Visus

Um mathematisch die Ausprägung des Visus einer Person zu bestimmen, wird unter anderem die sogenannte Winkel-Sehschärfe der betreffenden Person benötigt. Die Winkel-Sehschärfe definiert das Auflösungsvermögen, bei dem eine Person idurch einen Sehtest zwei Objekte gerade noch als voneinander getrennt wahrnehmen kann. Die Sehschärfe bzw. der Visus ist umso höher, je kleiner die Winkel-Sehschärfe ist.

Messmethoden des Visus

Meist erfolgt die Messung des Visus in Deutschland unter Zuhilfenahme sogenannter Sehzeichen (auch bezeichnet als sogenannte Optotypen). Solche Sehzeichen können Figuren, Zahlen oder auch Buchstaben sein. Die Sehzeichen, die zur Visusprüfung verwendet werden, haben eine definierte Form, Größe und Helligkeit. Ein nach DIN-Vorschriften gestaltetes Norm-Sehzeichen ist der Landoltring, ein Kreisring mit Öffnung. Im Gegensatz zu Buchstaben kann der Landoltring auch Anwendung finden beim Testen des Visus von kleinen Kindern oder Analphabeten. Weitere Norm-Sehzeichen sind die sogenannten Snellen-Haken, die in ihrer Form dem Buchstaben E ähneln.
Wird bei Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen der Visus ohne das Tragen einer Sehhilfe bestimmt, handelt es sich um den sogenannten Rohvisus oder auch unkorrigierten Visus. Eine entsprechende optische Korrektur, die hierauf aufbauend den höchstmöglichen Visuswert ermöglicht, wird als 'beste Korrektur' bezeichnet. Diese beste Korrektur kann nun die Basis sein für ein zu verwendendes optisches Hilfsmittel.

In der Praxis werden zur Bestimmung der bestmöglichen Korrektur Brillengläser genutzt.
Bei komplizierten Sehfehlern, kann durch harte Kontaktlinsen ein noch besserer Visus als mit Brillengläsern erzielt werden. In seltenen Fällen kann der zentrale Visus durch eine enge Pupille ebenfalls maßgeblich verbessert werden,da hier Störungen durch eine unregelmäßige Brechung am Rande der Hornhaut ausgeblendet werden. In beiden Fällen können harte Kontaktlinsen oder auch chirurgische Verfahren einen besseren Visus als Brillengläser erzielen. Harte Kontaktlinsen gelten deshalb als Goldstandard in der Bestimmung der bestmöglichen Sehschärfe bei irregulären Hornhäuten. 

Grenzen der Visusdefinition

Obwohl der Visus die erste Kennzahl für das Sehen ist, beschreibt er nur einen Ausschnitt: die zentrale Sehschärfe in der Ferne. Viele Einschränkungen des Sehens betreffen nicht nur das zentrale Sehen in der Ferne. Nahvisus, Gesichtsfeldmessung; Kontrastsehen und Sehen bei unterschiedlichen Helligkeiten ergänzen diese erste Kennzahl ganz wesentlich. 

Letzte Änderung: 08.11.2017
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